[Hinweis: Auf dieser Tour ist Jochen alleine unterwegs; der heutige Wanderweg ist eine Kombination aus den beiden folgenden Touren: Höhenweg Hochgurgl und Themenweg Obergurgler Zirbenwald]
Die erste Herausforderung heute war die Orte Gurgl, Obergurgl und Hochgurgl auseinanderzuhalten. In Wikipedia wird es so beschrieben, dass Gurgl eine Ortschaft ist, die aus den Orten Obergurgl, Hochgurgl und weiteren kleineren Siedlungen besteht. Nachdem ich das erfolgreich geschafft hatte, war der Plan, die Wanderungen in zwei Teile aufzuteilen. Die erste sollte von Obergurgl entlang des Osthangs talabwärts führen, wo ich vorher mein Auto abgestellt hatte. Anschließend wollte ich nach Obergurgl fahren, um dort aus eine kurze Wanderung durch den hinter dem Ort liegenden Zirbenwald eventuell bis zum Rotmoos-Wasserfall zu unternehmen.
Als ich den Ort erreichte, mein Auto abgestellt hatte und auf den Bus zum Ausgangspunkt meiner Wanderung Obergurgl Zentrum wartete, lag die Ostseite des Gurglertals noch komplett im Schatten, und entsprechend kalt war es am frühen Morgen. Also beschloss ich kurzerhand, zuerst zum Zirbenwald zu wandern, in der Hoffnung, dass die Sonne im Rotmoostal schneller ankommt – die Vermutung sollte sich bewahrheiten.
Der Blick auf die Berge zeigte, dass der Regen am gestrigen späten Nachmittag auf den Berggipfeln den ersten Schnee des Winters gebracht hatte. Von Obergurgl talaufwärts war es nicht weit bis zur Zirbenalm, von wo ein Erlebnisweg mit Informationstafeln durch den „Obergurgler Zirbenwald“ führt. Auf ca. 20 ha finden sich hier zum Teil weit über 300 Jahre alte Zirben. Dazwischen färbten Preiselbeerbüsche die Landschaft bunt, und wo die Sonne den Boden noch nicht erreicht hatte, hatte sich Raureif gebildet.
Schon von weitem hörte man das Wasserrauschen des imposanten Rotmooswasserfalls, der sich in die tief eingekerbte Rotmoosschlucht zu Tal stürzte.
Einen knappen Kilometer weiter das Rotmoostal hinauf lockt im Sommer die Schönwieshütte mit ihrer Panoramaterrasse und dem Blick auf die umliegenden Gipfel der Ötztaler Alpen. Für dieses Jahr war die Saison jedoch bereits beendet, das beeindruckende Panorama bot sich jedoch auch so.

Jetzt war ein bisschen Kreativität gefragt, den Verbindungsweg in Richtung Hochgurgl zu finden, aber die grobe Richtung stand fest – immer entlang des Osthangs talabwärts. Erster Orientierungspunkt war die Mittelstation der Hohe-Mut-Bahn. Etwas unterhalb wurde gerade eifrig an einem gigantischen Wasserspeicher mit einem Fassungsvermögen von 74.000 m³ (das entspricht rund 30 olympischen Schwimmbecken) gebaut, der die Produktion von Kunstschnee in großem Stil möglich machen soll.

Etwas weiter oberhalb wies ein Schild in Richtung Königstal, über das man von der österreichischen Seite hinüber nach Südtirol wandern kann. Der schmale Pfad durch ausgedehnte Preiselbeerfelder war steil und steinig, passierte die noch im Sommerschlaf befindlichen Rosskarbahn und Festkoglbahn und erreichte als Etappenziel die Station des Top Express, einer Seilbahn, die entlang des Hangs die beiden Skigebiete Obergurgl und Hochgurgl miteinander verbindet.

Eine gute Gelegenheit für eine kurze Pause, bevor es durch ein kleines Tal erneut steil bergauf in Richtung Königstal ging, wo der Königsbach den Hang hinunterplätscherte.
Von dort war es dann nicht mehr allzu weit nach Hochgurgl, einem an der Timmelsjoch-Passstraße gelegenen Hoteldorf, mit immer wieder schönen Blicken zurück ins Gurglertal. Cabrio- und Motorradfahrer genossen die Fahrt auf der kurvenreichen Straße bei spätsommerlichen Temperaturen.


Von Hochgurgl hinab ins Tal führte ein schmaler Fußweg, der später auf die Piste der Talabfahrt für Skifahrer einschwenkte und an der Talstation der Hochgurglbahn endete. Kurz vor dem Ziel hatte sich, ähnlich wie bei meiner Wanderung nach Vent, eine Kuh perfekt in Pose gesetzt, um für ein beeindruckendes Alpenpanorama zu sorgen. Die Aufzeichnung auf dem Smartphone zeigte am Ende der Tour eine Strecke von über 16 km, eine Höhendifferenz von 727 m bergauf und 841 m bergab – Reicht!
Das Abendessen hatte ich mir redlich verdient, und welcher Ort hätte passender für einen schönen Abschluss des Wanderurlaubs sein können als die Gampe Thaya oberhalb von Sölden, wo ich schon einmal zum Abendessen eingekehrt war. Die zwei Speckknödel mit dem eingeschmälzten Kraut (einer Art gedünstetem Sauerkraut mit Mehlschwitze) ließen am Ende auch noch Platz für einen hervorragenden Kaiserschmarrn. Da ließ es sich auch problemlos verschmerzen, dass der kleine Kaiserschmarrn stolze 14,10 EUR kostete. Beim Preis waren sicherlich mindestens 3 EUR für das wunderschöne Panorama enthalten.



Bevor es morgen nach Hause geht werde ich noch einen Abstecher zum Rettenbachgletscher machen, um mit der Schwarze-Schneid-Bahn zur Aussichtsplattform auf der Inneren Schwarzen Schneid zu fahren.











