[Hinweis: Auf dieser Tour ist Jochen alleine unterwegs; Link zum heutigen Wanderweg: Knappenweg Rundtour]
Von den vier Bergbahnen, die aktuell noch in Betrieb waren, beförderten drei die Gäste in Sölden auf die Berge, die vierte im unteren Teil des Ötztals im namengebenden Ort Ötz. Die Gondeln der Acherkogelbahn schweben von der Talstation auf 814m ü.M. hinauf zur Bergstation in einer Höhe von 2.023m ü.M.
Von dort führte der konditionell recht anspruchsvolle Knappenweg über 12 km durch die Bergwelt der Ötztaler Alpen, auf den Spuren der Bergleute, die hier vor über 350 Jahren unter strapaziösen Bedingungen Kupferkies, Bleiglanz und Pyrit schürften. Mehr dazu gab es allerdings erst im zweiten Teil der Wanderung im Wörgetal.
Zunächst hieß es jedoch, steil den Berg hinauf zu stiefeln, an der neuen Bielefelder Hütte vorbei in Richtung Rossköpfl. Die Ausblicke auf unzählige Berggipfel und der Blick hinunter ins Ötztal bis hinüber ins Inntal, waren atemberaubend – ganz im Gegensatz zum Wanderweg, der aufgrund des Anstiegs einfach nur atemraubend war.

Der vorgegebene Weg verlief etwas unterhalb des Gipfels des Rossköpfl (2.400 m): Über einen steinigen und teilweise mit kurzen Seilen gesicherten Pfad waren auch die letzten Meter bis hinauf zum Gipfelkreuz zu schaffen.

Nach kurzer Ruhepause stand der nicht weniger anspruchsvolle Anstieg zum Wetterkreuz (2.519m ü.M.) an, nach drei Kilometern Wanderung waren bereits rund 600 Höhenmeter überwunden. Ohne große Rechenkünste ergibt sich damit eine durchschnittliche Steigung von 20 % – da darf man schon mal ins Schwitzen und außer Atem geraten.

Oben angekommen wehte ein stürmischer und recht kalter Wind, der einen längeren Aufenthalt ziemlich ungemütlich machte. Der Abstieg hinunter ins Wörgetal war in etwa genauso steil wie der vorherige Anstieg und über steinige, ausgetretene Pfade nicht gerade komfortabel zu gehen.
Bäume waren unterwegs bis dahin keine zu sehen – das änderte sich erst mit dem Erreichen des kleinen Puchersees. Der See erhielt seinen Namen vom nahegelegenen Pochwerk, einer Stelle, an der das von den Bergleuten im Bergwerk geförderte Gestein gebrochen und für den Weitertransport ins Tal vorbereitet wurde.

Es folgten zwei kurze, aber knackige Anstiege durch eine wunderschöne Landschaft mit Zirben und großflächig wachsenden Preiselbeerbüschen. Unterwegs kam ich mit einem Einheimischen, der einen ganzen Eimer Preiselbeeren gesammelt hatte, ins Gespräch – übrigens dem einzigen Menschen, den ich seit dem Gipfel des Wetterkreuzes gesehen hatte. Nach eigener Aussage besteht nach dem Erproben verschiedener Rezepturen für das Einkochen der Preiselbeeren seine aktuell bevorzugte Variante in der Zugabe von 20 % Zucker und Agar-Agar als Geliermittel – soweit die Haushaltstipps des heutigen Tages.
Nach einer ansonsten langen, einsamen Wanderung war ich froh, nach 10 km in der Ferne die Balachalm zu entdecken. Noch besser war, dass die Alm geöffnet hatte und mir rund eine Stunde Zeit blieb, dort einzukehren, bevor ich die letzte Talfahrt der Seilbahn erreichen musste. Für das Bestellen einer Mahlzeit blieben bis zum Schließen der Küche genau sechs Minuten – kein Problem für Kurzentschlossene. Die Wahl fiel auf sehr gehaltvolle Käsespätzle, die den Kalorienhaushalt auf einen Schlag wieder auffüllten.

Die letzten zwei Kilometer des Wanderwegs verliefen auf dem breiten Fahrweg von der Bergstation der Acherkogelbahn zur Balachalm – nach schmalen und steinigen Pfaden eine angenehme Abwechslung. Nach zwölf Kilometern Wanderung und über 800 Höhenmetern bergauf und bergab war es schön, die Bergstation der Acherkogelbahn zu erreichen und entspannt nach unten zu gleiten.
Das Abendessen war mit den Käsespätzle unterwegs bereits erledigt, sodass ich mich am Abend auf Körperpflege konzentrieren konnte, verbunden mit einem kurzen Saunagang im Spabereich des Hotels.










