Sölden (23.09.) – Auf dem Panoramaweg nach Vent

[Hinweis: Auf dieser Tour ist Jochen alleine unterwegs; Link zum heutigen Wanderweg: Höhenweg Tiefenbach – Bergsteigerdorf Vent]

Den Aufstieg auf den Berg übernahm heute die Buslinie 70, die mich pünktlich in der Innenstadt Söldens einsammelte und entlang der Gletscherstraße vorbei am Rettenbachgletscher und durch den Rosi-Mittermaier-Tunnel, der den Rettenbach- mit dem Tiefenbachgletscher verbindet, bis zur Endhaltestelle auf dem riesigen, heute aber weitgehend verlassenen Parkplatz des Tiefenbachgletschers brachte. In einigen Jahren müssen die Haltestellen des Busses vermutlich umbenannt werden, und aus der Haltestelle „Rettenbachgletscher“ wird die Haltestelle „ehemaliger Rettenbachgletscher“. Die Gletscher befinden sich, wie überall in den Alpen, klimawandelbedingt auf dem Rückzug.

Blick auf die Reste des Rettenbachgletschers
Am Tiefenbachgletscher sieht es nicht viel besser aus

Ein Foto, in dem ich mit meinen Wanderschuhen im Schnee stehe, wollte ich mir aber nicht entgehen lassen, dafür galt es jedoch, über 200 Höhenmeter entlang einer Fahrstraße durch eine Mondlandschaft den Berg hinauf zu marschieren.

Nach 200 Höhenmetern und einigen verbrannten Kalorien ist der Rand des Gletschers erreicht

Rund um den Parkplatz und entlang des Wegs hinauf zum Gletscher ragen seit 2023 riesige Photovoltaik-Anlagen in den Himmel, deren Konstruktion verhindert, dass sie im Winter zuschneien. Die Stromerzeugung dient den Bergbahnen Sölden dazu, einen Teil ihres Strombedarfs nachhaltig zu erzeugen. Direkt an der Gletscherkante entsteht der Ausgangspunkt eines neuen Schlepplifts – die Eingriffe des Menschen sind auch auf knapp 3.000m ü.M. Höhe überall sichtbar.

Futuristisch anmutende Solaranlagen am Tiefenbachgletscher
Wo früher Schnee lag, türmen sich heute Solaranlagen
Ohne Schneekanonen geht es auch auf fast 3.000 m ü.M. Höhe nicht
Wanderer sind hier keine anzutreffen, dafür Arbeiter, die eine neue Liftanlage bauen

Vom Rand des Gletschers war es an der Zeit, den eigentlichen Wanderweg in Angriff zu nehmen. Vom Parkplatz des Tiefenbachgletschers führte ein hochalpiner Panoramaweg in knapp 11 km bis in das kleine Bergsteigerdorf Vent, dem letzten Ort in diesem Teil des Ötztals.

Ab jetzt geht es weitgehend nur noch bergab

Entlang karger Hochgebirgslandschaft schlängelte sich der Weg stetig bergab, teilweise durch Geröllfelder, entlang kleiner Seen und über Bäche hinweg, immer entlang des sonnenverwöhnten Westhangs. Wanderer waren nur wenige unterwegs: mit mir war lediglich ein weiteres Paar am Tiefenbachgletscher ausgestiegen und auf den Wanderweg abgebogen. Später überholte mich ein weiteres Paar, das einen späteren Bus genommen hatte und offensichtlich deutlich schneller unterwegs war. Auf der Rückfahrt mit dem Bus von Vent nach Sölden begegnete ich ihnen wieder.

Hinweisschilder forderten bei Geröllfeldern dazu auf, diese schnell zu durchschreiten
Hochalpines Panorama oberhalb der Baumgrenze
Österreichische Wanderwege sind grundsätzlich in rot und weiß markiert
Blick hinunter ins Tal auf die Verbindungsstraße Sölden nach Vent
Immer weiter geht es ins Tal hinein

Nach circa der Hälfte des Wegs kam tief unten im Tal vor dem markanten Berggipfel des Hörnle der Ort Vent in Sicht. Ein wunderschönes Bergpanorama bei idealen Wetterbedingungen. Etwas weiter unten im Tal, kurz vor dem Dorf, stand, wie so oft, eine Begegnung mit grasenden Vierbeinern an, die sich nicht aus der Ruhe bringen und für ein wunderschönes Fotomotiv ablichten ließen.

Inmitten grüner Wiesen liegt der kleine Ort Vent
So langsam komme ich dem Ziel der Wanderung näher
Panorama – garantiert nicht KI-generiert
In Vent benötigt man keinen Rasenmäher

Durch den Ausflug zum Tiefenbachgletscher ganz zu Beginn der Wanderung blieben mir, als ich schließlich in Vent ankam, nur noch ca. 20 Minuten bis zur Rückfahrt des Busses und damit leider keine Gelegenheit, eine kleine Erfrischung im Biergarten des Hotels Post zu genießen. Diese sparte ich mir dann für die Rückkehr nach Vent auf.

Mit der Gaislachkogelbahn ging es hinauf bis zur Mittelstation, an der ein Selbstbedienungs-Restaurant Besucher auf der Terrasse mit Speisen und Getränken versorgt. Für den Weg nach unten ins Tal bot sich neben der Seilbahn eine sehr verlockende Alternative: Mit einem Mountaincart – einer Art Gokart für die Berge – ging es sieben Kilometer auf einem teilweise sehr holprigen Weg, der mich ordentlich durchschüttelte, nach unten zur Talstation.

Das hatte ich mir nach der kräftezehrenden Wanderung verdient
Ein großer Spaß, mit Mountaincarts den Berghang hinabzusausen

Damit war es für heute genug mit sportlichen Aktivitäten, zum Abschluss des Tages stand nach einer wohltuenden Dusche das Abendessen im Restaurant Mahlzeit im etwas talabwärts gelegenen Ort Huben auf dem Programm. Eigentlich hatte ich mich auf Pizza eingestellt, die Karte war aber wohl überarbeitet worden – gegen ein sehr gutes Cordon Bleu ist jedoch auch nichts einzuwenden.

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