Leipzig (26.12.) – Eine erste Erkundung bei eisigen Temperaturen

Unsere Reise „zwischen den Jahren“ führte uns dieses Mal nach Leipzig, geplant waren Ausflüge nach Dessau und Weimar auf den Spuren des Bauhauses. In Leipzig waren wir gespannt, was wir von unseren letzten Aufenthalten in den Jahren 2003 und 2016 wohl wiedererkennen würden – vermutlich bedurfte es einer kleinen Auffrischung. Apropos Auffrischung: Für die kommenden Tage waren frostige Temperaturen angekündigt. Wir würden uns also warm anziehen und häufiger die wohlige Wärme von Cafés und Restaurants aufsuchen müssen.

Auf der Fahrt am zweiten Weihnachtsfeiertag in Richtung Norden herrschte überraschend viel Verkehr auf der Autobahn – zumindest bis zum Kirchheimer Dreieck, von wo aus die A4 nach Osten führt. So kamen wir erst gegen 15 Uhr in Leipzig an, checkten im Motel One Augustusplatz ein (eines der drei Häuser der Hotelkette, die anderen beiden liegen fußläufig entfernt in der Nähe der Nikolaikirche und im ehemaligen Postgebäude) und brachen kurz darauf zu einer ersten Erkundungstour bei −5 Grad Celsius auf.

Angesichts der eisigen Temperaturen beschränkten wir unseren Spaziergang auf Specks Hof und die Mädler-Passage. In Ersterem steht im Innenhof des Hansa-Hauses die Nachbildung einer Klangschale aus der Zeit der chinesischen Ming-Dynastie (um 1500 n. Chr.).

Ob das bei den Chinesen immer im ersten Versuch funktioniert hat?

Reibt man im richtigen Rhythmus an den beiden Holmen, gerät das Wasser in Wallung und beginnt zu sprudeln. Jochen war bereits bei unseren beiden letzten Besuchen daran gescheitert – und auch heute tat sich nichts, außer dass er kalte Hände bekam. Als kleine Entschuldigung mag gelten, dass das Wasser in der Klangschale bereits angefroren war.

Die prachtvolle, in T-Form angelegte Mädler-Passage ist wohl die bekannteste Ladenpassage Leipzigs und Johann Wolfgang von Goethe ist daran nicht ganz unschuldig: Er verlegte einen Teil der Handlung seines Faust in Auerbachs Keller. Figuren rechts und links des Durchgangs stellen die Szene dar, in der Mephisto die Studenten verzaubert. Bessere Werbung kann man kaum bekommen – entsprechend gut besucht ist das unter der Mädler-Passage gelegene Restaurant, vor allem von größeren Gruppen. Wir haben dort für übermorgen einen Tisch reserviert und sind gespannt, ob uns der Koch ebenfalls verzaubern wird.

Eingang zur Mädler-Passage
Mephisto kämpft mit den Studenten, Auerbachs Keller um die Gunst der Touristen

Angesichts der anhaltenden Minusgrade waren wir froh, unser Restaurant für das Abendessen Indian Crown bereits vor der geplanten Zeit von 18 Uhr ansteuern zu können. Es war nicht nur angenehm warm, sondern bot auch ausgesprochen schmackhafte Speisen.

Für heute hatten wir genug gesehen und beschlossen, unseren Rundgang übermorgen fortzusetzen. Morgen wollen wir nach Dessau fahren, um mehr über die Geschichte und die Protagonisten des Bauhauses zu erfahren.

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