Gedanken zu Südostasien

  • Thema Essen:
    • “Frischer Obstsalat” bedeutet am Frühstücksbuffet immer ein Mix aus Drachenfrucht, Wassermelone und Mango. IMMER!
    • Japanisches Frühstück ist für den Europäer sehr gewöhnungsbedürftig – wir überlegen, ob Japan als Urlaubsziel damit überhaupt noch in Frage kommt :-)
    • Asiaten sind am Tisch tendenziell lauter als Europäer und trinken beim mittäglichen Geschäftsessen auch gerne mal einen oder zwei Schnäpse zwischen den einzelnen Gängen, zumindest konnten wir das in Hanoi so beobachten
    • Kambodschaner essen laut Aussage des Reiseleiters auch Hunde, jedoch Achtung: Schäferhund schmeckt nicht!
    • Der oft gelesene Hinweis in Reiseführern “Cook it, peel it or leave it” (Koch es, schäl es oder lass es sein) macht hier absolut Sinn!
  • Unterschied Vietnam zu Kambodscha:
    • Der Anteil an französischen Touristen ist – im Vergleich zu Kambodscha – in Vietnam von gegen Null auf über 50% gestiegen, was zur Folge hat:
      • es gibt morgens “Baguette” (bzw. was sie dafür halten) und Schinken zum Frühstück
      • in den Touristen-Läden sind nun oft “Tin Tin” (in Deutschland bekannt unter “Tim und Struppi”) – Devotionalien zu sehen
      • die Straßenhändler sprechen uns – statt mit “Sir”/”Madam” – nun mit “Monsieur”/”Madame” an – jedoch ohne Erfolg, wir kaufen trotzdem nix :-)
      • in Saigon haben wir in einem Café sogar “Perrier menthe” entdeckt, allerdings in der asiatischen Version, heißt: Soda-Wasser mit Minzsirup und Sahnehaube(!)
  • Thema Politik/Wirtschaft:
    • Ho Chi Minh wird weiterhin verehrt, obwohl er schon über 50 Jahre tot ist
    • Die (einzige) kommunistische Partei Vietnams lebt weiter, obwohl das Land eigentlich nach marktwirtschaftlichen Regeln funktioniert
    • Bei Kaffee denken wir Deutschen wohl kaum an Vietnam, es ist aber der zweitgrößte Produzent der Welt (Tipp der Reiseleiterin: Robusta schmeckt besser als Arabica)
  • Thema Fussball:
    Sportarten mit einem hohen Stellenwert in Kambodscha sind Kickboxen, Volleyball und Fussball. In der aktuellen FIFA-Weltrangliste belegt die Nationalmannschaft allerdings nur Platz 186 (hinter den Seychellen und direkt vor Brunei), so dass Interesse für Fussball weniger den einheimischen Kickern gilt, sondern mehr der englischen und deutschen Liga. Man kennt daher auch in Kambodscha “Thomas Muller” und “Mario Gotze”. Da das Fernsehen noch nicht überall auf dem Land verbreitet ist bzw. überhaupt Strom vorhanden ist, wurde beispielsweise die WM in Pubs beim Public Viewing verfolgt.
    Anders sieht das Ganze in Vietnam aus: Die Nationalmannschaft belegt im FIFA-Ranking Platz 149 und ist damit nur einen Platz schlechter als Neuseeland. Das Interesse für ausländischen Fussball und die Möglichkeiten, diesen mitzuverfolgen, sind viel größer als in Kambodscha.Unser Reiseleiter in Hanoi beispielsweise ist ein absoluter Borussia Dortmund-Fan. Befragt danach, woher seine Leidenschaft kommt, entgegnete er, diese resultiere noch aus der Zeit, als “Kaal Hein Idle”” und “Laa Icken” für Dortmund in der Champions League auf Torejagd waren. Der deutsche Classico “Bayern gegen Dortmund” gehört damit zum seinem Pflichtprogramm, der allerdings dieses Mal mit einem 5:1 für die Bayern katastrophal für ihn ausging.
    So war es dann nicht wirklich überraschend aber trotzdem erstaunlich, dass wir im Pub in Hanoi dienstags die Highlights des Spiels Darmstadt gegen Mainz sehen konnten:

    59_Hanoi_Fussball
    Darmstadt : Mainz

    Jetzt ist auch klar, warum deutsche Mannschaften Promotion-Touren nach Asien machen und mehr und mehr asiatische Spieler in der Bundesliga spielen.

  • Thema Wetter:
    Wir sind definitiv nicht für diese Temperaturen bzw. diese Luftfeuchtigkeit gemacht und waren über jeden klimatisierten Raum dankbar, auch wenn sich so langsam ein kleines Kratzen im Hals bemerkbar macht
  • Thema Bekleidung:
    • Auch ältere Damen schrecken nicht davor zurück, “Hello Kitty”-Artikel zu tragen
    • Atemmasken sind nicht nur aus langweiligem weißen oder blauen Stoff, sondern oft auch mit buntem Design versehen:

      60_Atemmasken mit Design
      Atemschutzmasken
    • Allgemein muss alles sehr farbenfroh sein, gerne auch mit Comicfiguren verziert, und dass nicht nur bei den Billigmarken:

      61_Comics
      Comics, wohin das Auge schaut
    • Flip-Flops sind ideal, um das typische Geräusch des Schlurfgangs akkustisch exakt rüberzubringen
  • Allgemein:
    Die Unterscheidung der einzelnen Asiaten nach dem Aussehen ist auch nach drei Wochen für uns immer noch nicht möglich

Fazit:

62_ICS
Vietnamesisches Sprichwort

2 Kommentare

  1. Hallo Alex und Jochen,
    die Idee mit dem Reisetagebuch ist super. Es macht Spaß, zuhause so dicht dabei zusein! Und fast so lehrreich wie bei Studiosus…
    Macht weiter so und bleibt gesund (und esst vielleicht bei Gelegenheit wieder Salat und Gemüse).
    Liebe Grüße aus Engers
    Axel und Renate

    1. Schön von Euch zu hören, und dass Ihr uns auf unserer Reise per Blog begleitet. Wennn wir zurück sind müssen wir uns mal wieder treffen und Ihr über Eure Reise an der Ostküste der USA berichten, auch wenn das für Euch dann schon eine Weile zurückliegt. Besonders der Teil zu New York dürfte für Alex sehr sehr interessant sein, das ist eines der Ziele, wo sie unbedingt hin will. Wegen dem fleischlosen Essen wird es in Australien sicherlich deutlich schwieriger werden als in Südostasien, wo wir es tatsächlich recht oft geschafft haben gebackenen Reis mit Gemüse oder indisches Essen mit einer leckeren vegetarischen Masala-Soße zu genießen. Es kommt uns so vor, als ob ein richtig großes Steak, von welchem Tier auch immer, bei den Australiern zum Essen dazu gehört. Wir werden uns auf alle Fälle bemühen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.