Fährt man die B41 von Neunkirchen nach St. Wendel, kommt man zwangsläufig durch Ottweiler. Der Charme der kleinen Stadt ist von der Durchgangsstraße aus nicht zu erkennen, nur Hinweisschilder deuten in Richtung der Altstadt. Den eigentlich für gestern geplanten Stopp auf dem Nachhauseweg hatten wir aufgrund der schlechten Wettervorhersage ausgelassen, und so wollten die Besichtigung der Altstadt heute Vormittag nachholen, bevor für den Nachmittag wieder schlechteres Wetter und Regen vorhergesagt war.
Erster Halt beim Rundgang durch die Altstadt war der Schlosshof, der wenig nach Schlosshof aussah. Kein Wunder, das Schloss wurde im 30jährigen Krieg stark beschädigt und später abgebrochen, der gleichnamige Platz deutet aber noch auf die ursprüngliche Nutzung des Platzes hin.

Abgesehen vom Schloss hat Ottweiler, dessen Blüte auf die Herrschaft der Grafen von Nassau-Saarbrücken zurückgeht, die ihren Höhepunkt in der Verleihung der Stadtrechte 1550 fand, ihren mittelalterlichen Charakter mit engen Gassen und Bauwerken aus dem Barock und der Renaissance erhalten.

Prägend für das Bild der Altstadt ist zudem der mächtige Alte Turm, der als Bergfried Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet wurde. Heute dient er als Glockenturm der evangelischen Kirche von Ottweiler.

Direkt zwischen der stark befahrenen B41 und dem Flussbett der Blies liegt ein kleiner Rosengarten, an den sich das ehemalige Jagd- und Lustschlösschen des Fürsten Wilhelm Heinrich anschließt, das vom Generalbaudirektor Friedrich Joachim Stengel errichtet wurde und daher heute den Namen Stengel-Pavillon trägt.

Heute residiert im Pavillon kein Fürst mehr, ein Notar verrichtet hier seine Dienste und zweimal im Monat werden Trauungen durchgeführt. Ein schöner Ort für einen besonderen Tag im Leben – wäre nicht der Lärm der stark befahrenen Bundesstraße.

Unser kurzer Ausflug ist damit schon zu Ende. Ottweiler wird noch viel Arbeit investieren müssen, die alten Häuser erhalten und somit Leben in die Altstadt bringen zu können. Vielleicht ist das vor Ort gesehene T-Shirt ja ein Ausblick in die ruhmreiche Zukunft der Stadt?

Gutes Essen gehört natürlich auch zu einem gelungenen Urlaubstag, und da nachmittags keine weiteren Aktivitäten geplant waren, sprach nichts dagegen, sich ein feines Mittagessen zu gönnen. Das Grill au Bois in Neunkirchen bietet dafür exzellente Voraussetzungen. Eigentlich ist das Restaurant für sein hervorragendes Fleisch bekannt, mittags werden jedoch von 12-15 Uhr zwei Tagesgerichte (“Le plat du jour”) angeboten, bei denen zum Preis von 18,90 € ein kleines Glas Wein, eine Vorspeise in Form von Suppe oder Salat, ein kleineres, aber sehr feines Hauptgericht (Fleisch oder Fisch) sowie zum Abschluss ein Espresso enthalten sind. Alex entschied sich für das Schweinefilet, Jochen nahm den Lachs – und beide waren nach dem Mahl satt und zufrieden.





Die Kalorien, die wir uns heute zugeführt haben, müssen wir morgen bei einem längeren Spaziergang wieder verbrennen.