Saarland 12.06. – Die Kirkeler Tafeltour

Das Saarland hat in allen Himmelsrichtungen und für jeden etwas zu bieten, nach einem Ausflug in den Nordwesten zur Saarschleife und in den Nordosten nach St. Wendel und Ottweiler war heute Kirkel im Osten des Bundeslandes dran. Die Burg aus dem Jahr 1075 prägt das Stadtbild, doch sie war nicht das Ziel unseres Ausflugs, sondern die Kirkeler Tafeltour, eine Kombination aus Wanderung mit anschließendem kulinarischen Festschmaus – wobei wir den Festschmaus nicht in Kirkel genossen, doch dazu später mehr.

Start des rund neun Kilometer langen Spaziergangs war am Naturfreundehaus am Rand der Stadt. Gleich zu Beginn ging es steil den Berg hinauf und bei sonnigem Wetter und Temperaturen über 25 Grad waren wir froh über die Schatten spendenden Bäume.

Los geht’s – bei dem Anstieg geht der Puls direkt mal ordentlich in die Höhe

Das Wegkennzeichen, eine stilisierte Kochmütze, begleitete uns über die gesamte Wanderung durch den schönen Kirkeler Mischwald. Entlang der Strecke passierten wir Sandsteinformationen und kamen an Brunnen vorbei, die teilweise bereits von den Kelten als Kultstätte genutzt wurden.

Immer der Kochmütze nach
Große Felsformationen…
… und kleine Überlebenskünstler
Rund um den Frauenbrunnen ranken sich Sagen im Zusammenhang mit Kinderreichtum und Schätzen
Das Relief stammt sicherlich nicht von den Kelten, sondern jüngeren saarländischen Ureinwohnern

Ein wenig Nachhilfe in Geologie lieferte der 1983 angelegte geologische Lehrpfad, der zu Beginn einen Überblick über die Gesteinsformationen in diversen Regionen des Saarlands lieferte und im Anschluss die unterschiedlichen Gesteine live präsentierte.

Wie der Stein (hier ein Porphyrit) wohl dort hingekommen ist?

Das Highlight des Rundwegs bildete der sogenannte “Felsenpfad” gegen Ende der Wanderung. Hier reihen sich beeindruckende Sandsteinformationen aneinander und laden Kletterer an einigen besonders gekennzeichneten Stellen zur Besteigung der steilen Wände ein.

Die Kletterpartie sieht schon nicht einfach aus und ist sicherlich noch viel schwieriger, wenn man selbst tätig ist – und das an einem Felsen, der den Namen “Unglücksfelsen” trägt

Im Jahr 1953 haben sich die Naturfreunde Sulzbach ein Denkmal gesetzt, in dem sie ihr Vereinsemblem in den Stein meißelten.

Würden Naturfrende heute noch ihr Vereinswappen in einen Fels meißeln?

Die sogenannte “Hollerkanzel” bildet den Abschluss des Felsenpfades, der kurze Zeit später bergab zu unserem Ausgangspunkt zurückführte.

Die Hollerkanzel – oder handelt es vielleicht um eine mittelalterliche Bushaltestelle?

Zum Abendessen bei herrlichem Frühsommerwetter hatten wir bereits einen Tisch auf der Terrasse des Gasthaus Wommer in Schüren reserviert. Wir waren verwundert, dass um 18 Uhr noch ausreichend Plätze vorhanden waren, kurze Zeit später war die Terrasse jedoch vollständig belegt. Wir genossen das ausgezeichnete Essen, den hervorragenden Service und den lauen Frühsommerabend unter den alten Kastanienbäumen.

Hier kann man es sich nach einer anstrengenden Wanderung richtig gut gehen lassen – funktioniert übrigens auch ohne anstrengende Wanderung sehr gut

Vor der Heimfahrt spazierten wir noch kurz zum Schürer Weiher mit Kneipp-Anlage, deren Wasser uns aber deutlich zu kalt war. Ein paar Schritte weiter mussten wir feststellen, dass Frank Farians ehemaliges Tonstudio, das bei unserem letzten Besuch bereits einen sehr verwahrlosten Eindruck hinterlassen hatte, jetzt dem Erdboden gleich gemacht war. Wer 620.000 € übrig hat, kann das 1.850 m² große Grundstück nun käuflich erwerben.

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