Als wir dem Neunkircher Zoo das letzte Mal Besuch abgestattet hatten, lebten dort noch zwei Löwen. Vor knapp 20 Jahren verließen diese allerdings den Tierpark. Unbestätigten Meldungen zu Folge waren sie den täglichen Ring Lyoner leid, den man ihnen anstelle eines ordentlichen Stücks Fleisch hingelegt hatte. So lange ist es also schon her, dass wir hier waren – in der Zwischenzeit hat sich einiges getan.
Nach der Entrichtung des Eintrittspreises (9,90 € pro Person) hörten wir ein paar Meter hinter dem Kassenhäuschen bereits die Stimme des Falkners, dessen Flugshow vor einigen Minuten gestartet hatte. Wir sputeten uns und kamen gerade noch rechtzeitig, um den Weißkopfseeadler in Aktion zu bewundern. Dieser musste sich ordentlich anstrengen, um sich seine Appetithappen zu verdienen.



Im Anschluss trieb der Falkner seinen Schabernack mit einem Falklandkarakara, der es vorzieht, kurze Strecken zu Fuß zurückzulegen, und seine Flugkünste nur bei längeren Entfernungen einsetzt.

Am Ende der Show konnten sich die Besucher noch am Anblick von drei acht Wochen alten Uhus erfreuen, die auf der Grasfläche ausgesetzt erste Flugversuche unternahmen und dabei mit ihren großen Augen alles im Blick hatten.





Die Paviane kratzten sich entweder gegenseitig Flöhe aus dem Fell (und erarbeiteten sich so noch einen kleinen Snack), spielten Nachlauf oder hatten sich zum Mittagsschläfchen auf den nackten Felsen gelegt.


Auch der Schneeleopard und die Löwen waren müde und zogen es vor, nicht allzu viel Kalorien zu verbrauchen. Aber wo kamen eigentlich die beiden weißen Löwen her – eigentlich sollte es doch keine Löwen mehr im Neunkircher Zoo geben? Die hier zu sehenden Löwenbrüder gehören zur Unterart der afrikanischen Transvaal -Löwen und wurden im Jahr 2018 im Zoo Magdeburg geboren. Seit fast einem Jahr leben sie nun schon im ehemaligen Braunbärgehege des Neunkircher Zoos, der nur als Durchreise in einen anderen Zoo gilt.


Dagegen war der Elefant sehr munter: Geschickt verteilte er den herumliegenden Sand auf dem Rücken – eine Maßnahme, um seine empfindliche Haut vor Ungeziefer und zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen

Auf unserem weiteren Rundgang entdeckten wir ein sehr ungewöhnliches Tier. Auf den ersten Blick sah es wie eine Giraffe aus, allerdings mit acht Beinen und und zwei Hälsen – dies ist wohl das einzige lebende Exemplar dieser Spezies.

Nur unseretwegen hatten die vietnamesichen Sikahirsche ihren Sonntagsanzug angezogen und die Hirschziegenantilopen ihren schönsten Kopfschmuck angelegt.



Auch das Shetlandpony hatte sich extra für uns fein gemacht und seine Mähne zu ordentlichen Zöpfen geflochten.

Ein bisschen zotteliger kamen die Hausyaks daher. Hier war wohl auch schon länger kein Friseur mehr im Gehege – oder er hatte “nur die Spitzen” geschnitten.

Ein Highlight im Zoo sind sicherlich, sofern vorhanden, die Orang-Utans, die spielerisch durch ihr Gehege klettern. Und nicht nur die Alten demonstrierten, was sie uns in Sachen Körperbeherrschung voraus haben, auch die Kleinsten stehen dem in Nichts nach.


Ein weiterer Anziehungspunkt ist natürlich die Erdmännchen-Anlage. Es ist immer was los, eines der Tiere passt auf, während die anderen graben, buddeln, schaufeln, wühlen oder scharren. Alle sind ständig in Bewegung – was würde sich wohl ändern, wenn man ihnen sagen würde, dass von oben gar keine Gefahr droht? Wahrscheinlich nichts.



Kurz vorm Ende unseres Rundgangs fielen die ersten Regentropfen vom Himmel – perfektes Timing.
Vorerst endet hier unsere Entdeckungstour des Saarlands. Wir haben viele schöne Ecken des kleinsten Flächenbundeslandes erkundet und werden die Erkundung sicher in naher Zukunft fortsetzen.