Noosa Heads (Australien) 05.11. – Supercalifragilisticexpialigetisch!

Fast wären wir heute Morgen an Maryborough (oder wie die Angestellte des örtlichen Museums es aussprach: “Märibooh“- sie gestand aber ein, dass die Australier grundsätzlich ein wenig nachlässig mit ihrer Aussprache umgehen) vorbeigefahren.

Was hätten wir alles verpasst, denn manchmal sind es die kleinen Dinge, an die man sich später erinnert:

  • Ein sehr unterhaltsames Gespräch in der Tourist-Info mit einem Australier, der aufgeschnappt hatte, dass wir aus Deutschland sind. Er erzählte uns von seiner letzten sechs Wochen dauernden Europareise mit Stopps in Amsterdam, Kopenhagen, Berlin, Prag, Wien und München. Für das Programm brauchen wir mehrere Jahre und wir sind ja nun wirklich oft unterwegs. Seine nächste Reise führt seine Frau und ihn nach Portugal, Madeira und Marokko.
    O-Ton: “Wenn man schon mal soweit fliegt – natürlich Business Class, Economy ist ja viel zu anstrengend – dann muss es sich auch lohnen”.
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Rathaus Maryborough mit Tourist-Info
  • Einen kleinen Markt  in einer Straße mit historischen Gebäuden von Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts, inklusive Ständen mit deutschem Brot und deutscher Bratwurst. Wir konnten natürlich widerstehen – Jochen allerdings nur, weil das Frühstück noch nicht lange genug vorbei war.
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Straßenmarkt in historischem Viertel Maryboroughs
  • Die Fahrt mit einer der historischen Dampfeisenbahn “Mary Ann” nachempfundenen Replik: die ursprüngliche Dampflok, die bereits 1872 eingesetzt wurde, war für den Holztransport vorgesehen und fand ansonsten ihren Einsatz im Sägewerk. Eigentlich hatten die Mitglieder des Vereins schon Schluss für den Tag gemacht. Da jedoch noch Dampf auf dem Kessel war, fuhren sie uns in einer Privatvorstellung mit einer Höchstgeschwindigkeit von 11 km/h die Strecke von ungefähr 500 m in eine Richtung und wieder zurück und hatten mächtig Spaß dabei, das Signalhorn zu betätigen, das uns fast taub werden ließ.
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Mary Ann – Replik einer historischen Dampflok
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Mary Ann – Heizer und Fahrer
  • Die Vorstellung eines Ausrufers mit den neuesten Nachrichten in historischem Kostüm. Auch hier musste Lärm mit dabei sein: um Punkt 13 Uhr wurde eine kleine Kanone abgefeuert, die früher den Feldarbeitern den Anfang der Mittagspause signalisierte und den Einwohnern der Stadt die Möglichkeit gab, ihre Uhren korrekt einzustellen.
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Historischer Ausrufer mit “13-Uhr-Kanone”
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Mary Poppins und Alex
  • Und zuletzt haben wir den für uns ersten Aldi Australiens gesichtet – auf der Südhalbkugel muss das natürlich ein “Aldi Süd” sein.

Nach diesem umfangreichen Programm kamen wir später als geplant in unserer nächsten Unterkunft in Noosa Heads an. Getreu dem australischen Motto “10.000 Schritte am Tag” beschlossen wir einen Spaziergang im Nationalpark Noosa Heads zu unternehmen. Dieser führte recht entspannt ungefähr fünf Kilometer an der Küste entlang.

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Nationalpark Noosa Heads

An einer Stelle standen Touristen mit ausgestrecktem Arm am Wegrand und deuteten in die Baumkrone, ein sicheres Zeichen für einen Koala, den wir dann auch in 20 Metern Höhe entdeckten. Es war der einzige Koala, den wir auf der Wanderung zu Gesicht gekamen, aber immerhin.

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Koala im Nationalpark Noosa Heads

Viel häufiger konnte man das Buschhuhn (lat: Alectura lathami) sehen, das uns bereits die gesamte Ostküste begleitet – natürlich nicht immer dasselbe Huhn :-). Das Männchen, das an seinem gelben Kehlkopf gut zu erkennen ist, scharrt mit seinen Füßen einen riesigen Haufen Laub zusammen, in dem das Weibchen seine Eier ablegt. Das Verrotten des Laubs sorgt für die notwendige Wärme zum Ausbrüten der Eier. Abends findet sich das Huhn zum Schlafen in den umliegenden Bäumen ein und posiert ein wenig für die vorbeikommenden Fotografen.

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Buschhuhn am Abend

Nach dem Marsch hatten wir uns das Abendessen redlich verdient. Ohne “Tripadvisor” geht auch in diesem Urlaub nichts und von der Nummer eins in Noosa, einem Italiener mit dem Namen “Orange on Sunrise”, wurden wir nicht enttäuscht. Der Laden war vollständig in Orange eingerichtet: ein deutlicher Hinweis, dass die Besitzerin aus Holland stammt.

2 Kommentare

  1. Echt schön! Ich bin wie immer begeistert!
    Die Heimat RLP meldet Nebel oder Sonnenschein kommt darauf an wie hoch der Berg ist auf dem man sich gerade befindet… Ich hatte heute um 19 Uhr 16 Grad auf dem Thermometer… Wie ist das Wetter/Klima bei euch? Liebe Grüsse aus der Heimat

    1. Mit Nebel können wir nur dienen, wenn wir abends im Auto die Klimaanlage nicht anmachen und die Scheibe von innen beschlägt :-). Aber Sonnenschein gibt es hier genügend – die Sonnenmilch mit LSF50 gehört zu unserem morgendlichen “Einschmier-Ritual”. Die Temperaturen liegen tagsüber bei knapp unter 30 Grad aber gestern war es zudem recht schwül, entsprechend verschwitzt ist man, auch wenn man sich nicht großartig bewegt. Wir sind aktuell in den Subtropen unterwegs, das merkt man aber eher abends, wenn sich beim Spaziergang und Abendessen die Luft deutlich abkühlt und man auch mal mit langer Hose unterwegs sein kann.

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