Adelaide (Australien) 21.11. – So stellt man sich Deutschland vor

Nachdem wir heute morgen in Cape Jervis die Fähre verlassen hatten, die uns von Kangaroo Island zurück auf’s Festland brachte, fuhren wir nach Norden Richtung “Barossa Valley“, einem bekannten Weinanbaugebiet 70 km nordöstlich von Adelaide.

Auf Kangaroo Island hatte uns gestern eine Einwohnerin Adelaides den Besuch des Ortes Hahndorf empfohlen, nachdem sie erfahren hatte, dass wir aus Deutschland sind: dieses Dorf stellt eine Touristenattraktion in der Region “Adelaide Hills” dar und liegt praktischerweise auf unserem Weg zum “Barossa Valley”.
Hahndorf wurde 1838 von deutschen Siedlern gegründet, die mit dem Schiff “Zebra” unter Kapitän Dirk Meinert Hahn (daher der Name) Australien erreichten. Die Neuankömmlinge waren in ihrer alten Heimat Preußen aufgrund ihres lutheranischen Glaubens verfolgt worden und suchten in Australien einen Neuanfang.

Hahndorf muss man sich wie Rüdesheim am Rhein in Kleinformat vorstellen:
In der Gaststätte “Hahndorf Inn” sitzen die Touristen und trinken deutsches Bier aus großen Bierkrügen …

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Hahndorf Inn – hier steppt der Bär

… es gibt Weihnachtsschmuck aus dem Erzgebirge zu kaufen …

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Käthe Wohlfahrt hätte auch in Hahndorf eine Daseinsberechtigung

… oder deutsche Gesundheitsschuhe …

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Birkenstock – “for serious walkers”

… und Alex und Jochen sitzen in der “German Cake Shop Bakery” und essen Zuckerbretzel (Alex) und Bienenstich (Jochen).

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Unser Dorf soll schöner werden
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“Sugar Pretzel” und “Beesting”

Die “German Cake Shop Bakery” ist reich mit allem möglichen Plunder aus Deutschland verziert.

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German Cake Shop Bakery – man kann nur staunen
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Rhein und Mosel sind natürlich auch vertreten

Daher der Aufruf an alle, die schon immer ihr altes Zeug vom Speicher oder aus dem Keller loswerden wollten: hier ist es gerne gesehen und wird sogar ausgestellt!

Im “German Village Shop” bekam man alles, was man sich als Tourist unter deutschem Brauchtum vorstellt, angefangen von Kuckucksuhren über mannshohe Pendel-Standuhren bis hin zu Hüten, die man angeblich in Deutschland trägt.

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German Village Shop mit zwei kaufwilligen Australierinnen

Eine australische Kundin war gerade auf der Suche nach einem Hut, der in Deutschland besonders oft getragen werde, und die Verkäuferin empfahl ihr – ohne auch nur mit der Wimper zu zucken – einen roten Tirolerhut. Wir klärten die Unwissende auf, dass keiner dieser Hüte wirklich in Deutschland getragen werde, wenn überhaupt, dann am ehesten das graue Modell und das nur in Bayern.
Die Dame bedankte sich und erzählte, sie benötige den Hut für eine Party, zu der im Freundeskreis jeder mal Gerichte aus einem anderen Land koche und sich landestypisch anziehe. Hoffen wir mal, dass ihre Freunde sie jetzt als “Deutsche” durchgehen lassen. Als Hauptgericht haben wir ihr Würstchen oder Schnitzel empfohlen, wobei Schnitzel in Australien ja auch sehr beliebt sind.

Im “Barossa Valley” hatten wir uns für eine kleine Weinprobe eine sehr schöne Lokation herausgesucht: “Jacob’s Creek” ist eine der ältesten Weingüter in der Region und den Wein fanden wir beide sehr schmackhaft. Anscheinend lässt sich mit Weinanbau recht gut Geld verdienen, denn bei der Errichtung des Besucherzentrums dieses Weinguts hatte man nicht gespart –  Blick auf den Weinberg und die Berge im Hintergrund war inklusive.

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Jacob’s Creek – Visitor Centre
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Liegewiese – wenn man nicht mehr stehen kann oder will

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