Rovinjsko Selo 18.09. – Abstieg in die Tropfsteinhöhle Baredine

Es gibt Unternehmungen, die lassen sich auch bei kühlem und regnerischen Wetter machen, zum Beispiel die Besichtigung der Tropfsteinhöhle Baredine, die sich nördlich von Rovinjsko Selo nahe Porec befindet und damit in rund 30 Minuten von unserer Unterkunft erreichbar ist, sofern man die kostenpflichtige Autobahn nutzt – ansonsten dauert es über zehn Minuten länger. Seit dem Jahr 1995 können Besucher die Höhle auf einer 40-minütigen Tour zusammen mit einem Guide erkunden. Die befürchtet lange Wartezeit für die nächste Tour in Deutsch blieb aus, schon 25 Minuten nach dem Kauf der Eintrittskarte startete die Führung für gut investierte 12 EUR. Die Höhle war den Bewohnern der Region schon lange vor der Öffnung für die Öffentlichkeit bekannt: sie nutzten sie dazu, Steine von ihren Feldern in dem Erdloch zu entsorgen. Als man damit begann, die Höhle zu erforschen, galt es zunächst, die Steine aus dem Weg zu räumen bzw. wurden damit die Stufen hinab konstruiert.

Von der Oberfläche ging es über fünf Säle insgesamt 60 Meter in die Tiefe. Während man an einigen Stellen 25 Meter nach oben schauen kann, wo eindringendes Regenwasser Hohlräume ausgewaschen hat, galt es sich an einer anderen Stelle unter einem vor Urzeiten herabgestürzten Felsen hindurch zu ducken. Von Saal zu Saal führten betonierte Stufen und Metallleitern hinab in die Tiefe, begleitet von informativen und immer wieder lustigen Erklärungen des Guides.

Querschnitt der Tropfsteinhöhle: Der gelbe Teil wird bei Führungen erkundet, für den Rest werden Klettertouren angeboten
Auf schmalen Treppen geht es hinab in die Tropfsteinhöhle
Unser Guide zeigte uns, was passiert, wenn man eine Taschenlampe an die Tropfsteine hält – sie leuchten
Tropfsteine, die aussehen wie die Bärte von ZZ Top
Blick nach oben an das Deckengewölbe

In den letzten sogenannten “Figurensaal” führt eine schmale Treppe hinab. Hier kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen, um in den Tropfsteinen menschenähnliche Formen zu erkennen. Eine davon wurde aufgrund ihrer Form und Farbe “Schneemann” genannt. Mit etwas Fantasie und wenn man davon ausgeht, dass die Erbauer von Schneemännern nicht allzu viel künstlerisches Verständnis aufbringen, erkennt man, woher der Tropfstein seinen Namen hat.

Blick hinab in den letzten der fünf Säle – mit unterirdischem See
Der unförmige “Schneemann” steht auf der rechten Seite.
Die Tropfsteine spiegeln sich schön im Wasser des Sees
Erst durch die Beleuchtung kommen die Tropfsteine so richtig zur Geltung

In dem Saal, in dem sich neben den Tropfsteinen ein unterirdischer See gebildet hat, besteht die Möglichkeit, einen Grottenolm zu beobachten: Große Aktivitäten sind von dem an seine Umgebung perfekt angepassten und bis auf die Kiemen komplett weißen Schwanzlurch nicht zu erwarten. Das Tier hat seinen Stoffwechsel dem geringen Nahrungsangebot angepasst und bewegt sich eher selten. Die Tiere werden nie erwachsen und verbringen – ähnlich wie der Axolotl in Mexiko – ihr komplettes Leben im Larven-Stadium. Forschende schätzen, dass sie 100 Jahre alt werden können.

Die vielen Besucher sind dem Grottenolm offensichtlich egal – er kann sie sowieso nicht sehen – er konzentriert sich auf’s Nichtstun

Nach der Besichtigung des letzten Saals begann das Sportprogramm, das darin bestand, die 60 Meter Höhenunterschied zum Ausgang der Höhle zu überwinden.

Zum Abendessen fuhren wir noch einmal nach Rovinj, wo wir für 18 Uhr einen Tisch wieder im Restaurant Il Faro reserviert hatten – letztes Mal hatte es uns dort sehr gut geschmeckt. Jochen war heute Abend mutig und bestellte sich die Tagliatelle mit Scampi: vom Teller schauten mehr Augen in seine Richtung als umgekehrt und der Versuch, alle essbaren Teile der Tiere herauszuschälen, gelang eher so mittelmäßig.

Da wir schon bei Wiederholungen sind, schauten wir in der Altstadt erneut bei der Eisdiele aROMA Gelato Experience Boutique vorbei, um 2,90 EUR pro Kugel Eis zu investieren. Danach stand Schlendern durch die Altstadtgassen bis hinauf der Kathedrale der Hl. Euphemia und wieder zurück auf dem Programm, wo zwischenzeitlich ein Straßenmusiker die Touristen mit bekannten Hits unterhielt.

Immer wieder ein toller Anblick – Blick auf den Hafen und die Halbinsel von Rovinj
Schöne Abendstimmung auf dem Vorplatz der Kathedrale der Hl. Euphemia
Der Eindruck täuscht – in den Altstadtgassen von Rovinj war ordentlich was los – vielleicht saßen die Besucher alle noch beim Abendessen
So wenig Andrang war an unserer Eisdiele sonst nicht
Die Boote im Hafen haben für heute Feierabend

So kann man auch aus einem Tag mit nicht gerade perfektem Urlaubswetter noch das Beste machen.

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