Es gibt Unternehmungen, die lassen sich auch bei kühlem und regnerischen Wetter machen, zum Beispiel die Besichtigung der Tropfsteinhöhle Baredine, die sich nördlich von Rovinjsko Selo nahe Porec befindet und damit in rund 30 Minuten von unserer Unterkunft erreichbar ist, sofern man die kostenpflichtige Autobahn nutzt – ansonsten dauert es über zehn Minuten länger. Seit dem Jahr 1995 können Besucher die Höhle auf einer 40-minütigen Tour zusammen mit einem Guide erkunden. Die befürchtet lange Wartezeit für die nächste Tour in Deutsch blieb aus, schon 25 Minuten nach dem Kauf der Eintrittskarte startete die Führung für gut investierte 12 EUR. Die Höhle war den Bewohnern der Region schon lange vor der Öffnung für die Öffentlichkeit bekannt: sie nutzten sie dazu, Steine von ihren Feldern in dem Erdloch zu entsorgen. Als man damit begann, die Höhle zu erforschen, galt es zunächst, die Steine aus dem Weg zu räumen bzw. wurden damit die Stufen hinab konstruiert.
Von der Oberfläche ging es über fünf Säle insgesamt 60 Meter in die Tiefe. Während man an einigen Stellen 25 Meter nach oben schauen kann, wo eindringendes Regenwasser Hohlräume ausgewaschen hat, galt es sich an einer anderen Stelle unter einem vor Urzeiten herabgestürzten Felsen hindurch zu ducken. Von Saal zu Saal führten betonierte Stufen und Metallleitern hinab in die Tiefe, begleitet von informativen und immer wieder lustigen Erklärungen des Guides.


In den letzten sogenannten “Figurensaal” führt eine schmale Treppe hinab. Hier kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen, um in den Tropfsteinen menschenähnliche Formen zu erkennen. Eine davon wurde aufgrund ihrer Form und Farbe “Schneemann” genannt. Mit etwas Fantasie und wenn man davon ausgeht, dass die Erbauer von Schneemännern nicht allzu viel künstlerisches Verständnis aufbringen, erkennt man, woher der Tropfstein seinen Namen hat.
In dem Saal, in dem sich neben den Tropfsteinen ein unterirdischer See gebildet hat, besteht die Möglichkeit, einen Grottenolm zu beobachten: Große Aktivitäten sind von dem an seine Umgebung perfekt angepassten und bis auf die Kiemen komplett weißen Schwanzlurch nicht zu erwarten. Das Tier hat seinen Stoffwechsel dem geringen Nahrungsangebot angepasst und bewegt sich eher selten. Die Tiere werden nie erwachsen und verbringen – ähnlich wie der Axolotl in Mexiko – ihr komplettes Leben im Larven-Stadium. Forschende schätzen, dass sie 100 Jahre alt werden können.

Nach der Besichtigung des letzten Saals begann das Sportprogramm, das darin bestand, die 60 Meter Höhenunterschied zum Ausgang der Höhle zu überwinden.
Zum Abendessen fuhren wir noch einmal nach Rovinj, wo wir für 18 Uhr einen Tisch wieder im Restaurant Il Faro reserviert hatten – letztes Mal hatte es uns dort sehr gut geschmeckt. Jochen war heute Abend mutig und bestellte sich die Tagliatelle mit Scampi: vom Teller schauten mehr Augen in seine Richtung als umgekehrt und der Versuch, alle essbaren Teile der Tiere herauszuschälen, gelang eher so mittelmäßig.




Da wir schon bei Wiederholungen sind, schauten wir in der Altstadt erneut bei der Eisdiele aROMA Gelato Experience Boutique vorbei, um 2,90 EUR pro Kugel Eis zu investieren. Danach stand Schlendern durch die Altstadtgassen bis hinauf der Kathedrale der Hl. Euphemia und wieder zurück auf dem Programm, wo zwischenzeitlich ein Straßenmusiker die Touristen mit bekannten Hits unterhielt.

So kann man auch aus einem Tag mit nicht gerade perfektem Urlaubswetter noch das Beste machen.










