Christchurch (Neuseeland) 02.01. – Historisches Oamaru und erster Eindruck von Christchurch

Bevor wir uns heute auf den Weg nach Christchurch machten, bummelten wir noch ein wenig durch den historischen Bezirk von Oamaru: “Oamaru’s Victorian Precinct“. Die Stadt war in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts die siebtgrößte Stadt des Landes und profitierte von der aufstrebenden Gefrierfleischindustrie, etablierte sich als Zentrum für das landwirtschaftliche Hinterland und gewann zunehmend Bedeutung als Handels- und Fischereihafen. Aus dieser Zeit stammen die meist aus weißem Kalkstein errichteten und heute unter Denkmalschutz stehenden Gebäude des viktorianischen Viertels, die heute von Antiquitätenläden, Galerien und Cafés genutzt werden.

012_Oamaru
Oamaru – viktorianischer Bezirk
013_Oamaru
Post Office Oamaru

Während sich Jochen das “Steampunk HQ” anschaute …

016_Oamaru
Jochen im “Steampunk HQ”

017_Oamaru

018_Oamaru

… bummelte Alex in den umliegenden Läden und entdeckte dort unter anderem auch Kacheln mit diversen Schallplattencovern:

014_Oamaru
Kacheln vom “Lazy Cat”

In einer Seitenstraße war noch eine andere Kuriosität zu bestaunen: in einem kleinen Museum, in dem alte Radios – teilweise auch von Grundig aus Deutschland – ausgestellt werden, betreiben ein paar ältere Herrschaften die Radiostation “Oamaru Heritage Radio”. Die gespielten Songs kommen von Schallplatte oder Tonband – die Zeit scheint dort still zu stehen.

015_Oamaru
Oamaru Heritage Radio

Der verregnete Weg nach Christchurch führte durch weite Ebenen, die als Kornkammer Neuseelands dienen; auf den riesigen Schaf- und Rinderherden wird ein großer Teil des nationalen Exports erwirtschaftet.

Gegen 16 Uhr erreichten wir Christchurch und bezogen unser Quartier. Nach dem Abendessen hörte es auf zu regnen und so spazierten wir noch ein wenig durch die Stadt. Wer Christchurch besucht, wird automatisch mit dem verheerenden Erdbeben vom 22. Februar 2011 konfrontiert: das Beben der Stärke 6,3 zerstörte das Zentrum der Stadt, 185 Menschen kamen dabei ums Leben. Die Innenstadt wurde für mehr als zwei Jahre gesperrt und ist erst seit Juni 2013 wieder zugänglich.
Im Reiseführer und Internet hatten wir gelesen, dass inzwischen ein Bauboom eingesetzt habe und Christchurch langsam wieder auferstehe. Bei unserem abendlichen Rundgang jedoch hatten wir eher den Eindruck einer Geisterstadt – viele Gebäude stehen weiter leer oder sind abrissreif. Andererseits sieht man auch einige Baustellen, auf denen versucht wird, eine neue Innenstadt zu errichten.

An vielen Häuserfassaden haben sich Street Art-Künstler mit überdimensionalen Bildern verewigt, um ein wenig Farbe und Leben in die Stadt zu bringen.

019_Christchurch
Vexta – She came from the stars
021_Christchurch_Graffiti
Jacob Yikes
020_Christchurch
Askew One

Es wird aber noch viele Jahre oder gar Jahrzehnte dauern, bis die Spuren des Erdbebens ganz verschwunden sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.