Fern Forest (Big Island, Hawaii) 01.02. – Angekommen im Nichts

Für die Fahrt von Kailua-Kona an der Westküste nach Fern Forest im Südosten Big Islands wählten wir nicht die kürzere südliche Route, sondern fuhren über den Norden bis Hilo im Osten, um dann ins Landesinnere Richtung Fern Forest zu gelangen. Wir starteten wie gewohnt in T-Shirt und kurzen Hosen, was für das Ende der Fahrt nicht ganz angemessen sein sollte, doch dazu später.

Zunächst erkundeten wir den Teil der Nordküste, den wir vorgestern noch nicht gesehen hatten: wir parkten am “Waipi’o Valley Lookout”, um einen Blick ins “Waipi’o Valley” und auf dessen gleichnamige Bucht zu werfen.

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Waipi’o Bay

Die Fahrt ins Tal ist nur mit einem Allradwagen erlaubt, da das Gefälle durchschnittlich 25 %, an einigen Stellen sogar 4 5% beträgt. Die Straße ist auf der – sehr interessanten – Internetseite “dangerousroads.org” gelistet, wo man sich auch ein Video der Fahrt hinunter ins Tal anschauen kann.
Die Straße ins Tal ist aktuell aber ohnehin wegen Dengue-Fieber gesperrt – gestern gab es auch schon Hinweise im “Pu’uhonua O Honaunau National State Park”, Insektenschutzmittel aufzutragen.

Beim nächsten Stopp am “Laupahoehoe Point” erinnerte ein Gedenkstein an die 24 Menschen, die am 1. April 1946 einem Tsunami zum Opfer fielen: ein Erdbeben vor Alaska löste den Tsunami aus, der vier bis fünf Stunden später Hawaii erreichte. In der Laupahoehoe Bucht wurde ein Schulgebäude getroffen und 20 Schüler sowie 4 Lehrer fanden den Tod.

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Laupahoehoe Point

In der Nähe standen mehrere Frangipani-Bäume, aus dessen Blüten auf Hawaii Blütenkränze gefertigt werden. Aktuell sind die Bäume bis auf einige Stellen fast völlig kahl:

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Frangipani Baum
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Frangipani Blüte, könnt ihr den Duft riechen?

Insgesamt ist Big Island viel grüner, als wir uns das bei der Planung vorgestellt hatten. Bis auf die Westküste in Kailua-Kona, wo wegen der Sonnensicherheit die Hotel-Resorts gebaut wurden, sieht man –  insbesondere an der Nordküste, wo sich die Wolken ausregnen – teilweise üppige Vegetation. Vielleicht ändert sich unser Eindruck ja noch im Süden der Insel.
Zunächst hielt sich das Wetter aber an die Regel, dass es im Norden mehr regnet: bei unserem Halt an den “Akaka Falls” nahmen wir vorsichtshalber den Regenschirm mit, den wir kurz darauf auch dringend brauchten – aber irgendwoher muss ja der Nachschub für den Wasserfall kommen.

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Akaka Falls: Wasser, wohin man schaut

Danach beendeten wir unser heutiges Sightseeing-Programm, steuerten in Hilo einen Supermarkt an, um Zutaten für’s Frühstück der kommenden Tage einzukaufen, und fuhren weiter nach Fern Forest: die Straße führte immer höher hinauf, bis wir am Zielort in die Wolken eintauchten und keine 50 Meter weit sehen konnten – abgesehen davon, dass es auch nicht viel zu sehen gab, unsere Unterkunft befindet sich mitten im waldigen Nichts. Daher erwarteten wir bei der Auswahl eines Restaurants für unser Abendessen ein mittelschweres bis riesiges Problem, doch auf Empfehlung des Gastgebers entschieden uns für einen Italiener in unmittelbarer Umgebung, das “Ohelo Cafe“. Eine sehr gute Wahl: unser Essen – vegetarische Pasta für Alex, Fisch für Jochen – war eines der Besten, das wir in den letzten vier Monaten serviert bekamen, außerdem führten wir mit einem Ehepaar aus Oregon am Nachbartisch einen sehr netten Plausch. Gerne wieder!

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