San Cristóbal de las Casas (Mexiko) 29.02. – Marimba und Bootsfahrt auf dem Rio Grijalva

Wann haben wir – und Ihr könnt Euch die Frage natürlich auch stellen – zum letzten Mal das Lied “Rosamunde” gehört? Einige werden jetzt vielleicht antworten “Noch nie”, bei Anderen ist das sicherlich schon lange her und Jochen antwortet: “Bei der letzten Karnevalssitzung”. Heute gab es eine Auffrischung beim Besuch eines Marimbas bauenden Familienbetriebs: die Familie Nandayapapa betreibt in Chiapa de Corzo eine Werkstatt und führte uns dieses Musikinstrument sehr anschaulich und mit großer Begeisterung vor. Dabei wurden nicht nur mexikanische Lieder gespielt, auch Songs der Beatles und eben “Rosamunde” erklangen speziell für deutsche Gäste. Wir waren bei “Rosamunde” allerdings nicht ganz so textsicher, der Refrain der Beatles bei “Hey Jude” – insbesondere der Teil mit “lalalala” – ging uns leichter von den Lippen.

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Marimba-Klänge mit Schlagzeug, Bass und E-Gitarre

Nicht weit von Chiapa de Corzo hat der Rio Grijalva eine tiefe Schlucht in die Landschaft gegraben: bei einer neuzigminütigen Bootsfahrt kann man das fjordähnliche Tal und den Lebensraum etlicher Tiere direkt am Flussufer entdecken – Krokodile, Geier, Reiher, Kormorane und Pelikane wie auch die steil abfallenden bis zu 800 m hohen Felswände sind zu bestaunen.

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Eine Bootsfahrt, die ist lustig – und interessant
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Werbeträger für Lacoste – ob das Essen freiwillig ins Maul läuft?
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Weiß der Geier oder weiß er nicht …
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Akrobatische Einlage am Ufer
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Die Schlucht des Rio Grijava hat es sogar in das Wappen von Chiapas geschafft
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An der Formation, die die Einheimischen als “Tannenbaum” bezeichnen, wendete das Boot, und es ging zurück zur Anlegestelle

Anschließend fuhren wir von knapp 300 m über Meeresspiegel auf über 2.000 m nach San Cristóbal de las Casas, unserem Übernachtungsort für die kommenden beiden Tage. Die Stadt mit ihren Zeugnissen aus der Kolonialzeit ist eine der wichtigsten touristischen Ziele in Chiapas – so sahen wir heute auch deutlich mehr Touristen, die zwischen den schwarzhaarigen, kleinen Menschen indianischer Abstammung auffielen wie bunte Hunde. Die Indianer in dieser Gegend sind Nachfahren der Maya, man erkennt deutliche Unterschiede in den Gesichtszügen zu den Indianern, die von den Zapoteken abstammen.

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Neue Nachrichten auf dem Smartphone sind natürlich wichtiger als der Straßenverkauf

In der Umgebung von San Cristóbal de las Casas baut man Bernstein ab, der hier im Gegensatz zum Ostseestrand nicht im Sand gefunden wird, sondern im Stein eingeschlossen ist. Natürlich besuchten wir auch ein Geschäft, in dem der Schmuckstein zum Verkauf angeboten wird.

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Nur der echte Bernstein brennt, schwimmt in Salzwasser und ist leichter als Fälschungen aus Glas

Beim Stadtrundgang sahen wir deutlich mehr touristische Infrastruktur in Form von Hotels und Restaurants als in den letzten Tagen – dementsprechend gab es auch mehr Straßenhändler, die versuchten, ihre Ware an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Hier waren insbesondere kleine Kinder im Einsatz, die mit trauriger Miene versuchten, das Herz der Touristen zu erweichen.
Der Weg führte uns über den zentralen Platz der Stadt, der ausnahmsweise mal nicht den Namen “Zocalo” trägt, sondern nicht weniger kreativ “Parque Central” heißt, durch die Fußgängerzone der Stadt zur “Iglesia de Santo Domingo” mit dem direkt davor stattfindenden Markt und wieder zurück zum Hotel.

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Die Dominikaner haben auch in San Cristobal de la Casas ihre Spuren hinterlassen und die Indianer erfolgreich zum katholischen Glauben bekehrt
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Kathedrale im Abendlicht

Abends machten wir uns mit einem anderen Pärchen unserer Reisegruppe auf den Weg und suchten nach einer Kleinigkeit zu Essen, wurden dabei in einem italienischen Restaurant mit sehr guter Pizza fündig. Zum Abschluss gönnten wir uns noch einen Cocktail in einer nahegelegenen Bar mit Live-Musik.

Morgen besuchen wir zwei indianische Dörfer mit ursprünglichen Traditionen in der Umgebung und sind gespannt, was uns dort erwartet – sicherlich nicht Winnetou und Old Shatterhand.

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