Maria Wörth (Österreich) 28.08. – Wer hoch hinaus fährt, kann tief blicken

Die Städte in Kärnten werben mit unterschiedlichen Schwerpunkten um Bewohner und Besucher. War es in St. Veit noch der Energiesektor, hat sich Gmünd einen Namen für Künstler und Kunstinteressierte gemacht: Dort haben sich in den letzten 25 Jahren Künstler angesiedelt, die sich von der beschaulichen Umgebung, den guten Arbeitsbedingungen und den günstigen Immobilienpreisen anlocken ließen.

Wir schlenderten ein wenig durch die Gassen von Gmünd. Die Kunstwerke haben uns nicht dazu verleitet, den Geldbeutel zu zücken, aber beim Café Nussbaumer am Hauptplatz konnten wir nicht widerstehen. Wir probierten einen sogenannten “Kärntner Reindling”, einen aus Germteig gekneteten und mit Rosinen, Zimt und Zucker verfeinerten Kuchen.

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Wichtigstes Gebäude in Gmünd: Café Nussbaumer auf der rechten Seite
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Kärntner Reindling

Frisch gestärkt konnte es anschließend zum “Höhepunkt” des heutigen Tages gehen. Die Malta Hochalmstraße überwindet auf 18 km eine Höhendifferenz von über 1000 m und endet an der Kölnbreinsperre, einer Staumauer, die 200 m aufragt und deren gestautes Wasser zur Stromerzeugung genutzt wird.

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Kölnbreinsperre im Maltatal

Zudem nutzt man die Höhe der Mauer, um das Blut in den Adern der Besucher in Wallung zu bringen: An der Oberkante der Staumauer hat man mit dem sogenannten “Airwalk” eine Stahlkonstruktion befestigt, auf der man in schwindelerregender Höhe über der Talsohle einen wunderschönen Rundumblick ins Tal genießen kann.

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Blick von der Aussichtsplattform des “Airwalks” ins Tal

Zum Abschluss des Besuchs im Maltatal machten wir noch kurz Stopp am höchsten Wasserfall Österreichs, dem Fallbach, wo das Wasser 200 m in die Tiefe stürzt. Für Kinder hat man Wasserspiele und einen Erlebnispark aufgebaut: Warum die Erwachsenen, die die Geräte nicht nutzen wollen, trotzdem fünf Euro “Erhaltungsbeitrag” zahlen sollen, erschloss sich uns nicht und wurde daraufhin von uns boykottiert.

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Höchster Wasserfall Österreichs – mit dem “originellen” Namen Fallbach

Am Nachmittag fuhren wir nach Spittal an der Drau: Vor der Stadterkundung mussten wir in dem sehr schönen Garten des Café Moser eine kleine Stärkung – in Form einer leckeren Apfel-Mohn-Torte (Jochen) und einem Joghurt-Eisbecher (Alex) – zu uns nehmen. Die Innenstadt wird dominiert vom Schloss Porcia, einem Renaissancebau aus dem beginnenden 16. Jahrhundert. Der kurze Rundgang durch die Stadt reichte bei Weitem nicht aus, die zuvor zugeführten Kalorien wieder zu verbrennen.

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Café Moser – gefällt uns!
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Vom Café Moser bis zum Schloss Porcia und schon hat man das Beste von Spittal gesehen

Am Millstätter See spazierten wir zunächst zum Stift Millstatt: Die barocken zwiebelförmigen Turmhauben der Stiftskirche fallen sofort ins Auge. Wir warfen einen Blick ins Innere der Kirche – mit Renaissance-Weltgerichtsfresko und Fastentuch – und waren beim Rausgehen beeindruckt von den Fratzen am Portal der Kirche, die böse Geister fernhalten sollten.

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Imposante Kirchen bauen – das konnten die Kärtner
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Fratzen am Eingangsportal – “Schau mi net so deppert oa!”

Am Ufer des Sees, wo ein kleiner Park mit Bänken zum Verweilen einlud, machten auch wir es uns gemütlich und sahen im See die Figur des Heiligen Domitian von Kärnten stehen, der als Stadtgründer von Millstatt gilt. Er soll um das Jahr 800, nachdem er zum Christentum konvertiert war, 1000 heidnische Statuen (“mille statuae”) in den See geworfen haben.

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Der Heilige Domitian

Zum Abendessen wünschte sich Jochen Fisch, mit etwas Glück ergatterten wir auf der Seeterrasse des Hotels Forelle noch einen Tisch – zwar nicht direkt am See, die waren sicher alle nur Hotelgästen vorbehalten, aber immerhin in dritter Reihe mit Blick darauf. Die Piccata von der Reinanke war auch schmackhaft – was will man mehr?

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