Wien (Österreich), 28.12. – Mehr Kunst (als Krempel), Kaiserschmarrn und Kalbsschnitzel!

Nach dem extrem windigen Tag gestern verhießen die heutigen Wetteraussichten  weniger Wind und nachlassenden Regen. Da für die kommenden Tage jedoch strahlender Sonnenschein vorhergesagt wurde, bei dem sich Aktivitäten im Freien anbieten, nutzten wir den Tag heute zu ausgiebigen Besichtigungen in Museen, Kirchen und einem Teil der Hofburg. Wer jetzt bereits aufgrund mangelnden Interesses aufhört weiterzulesen, verpasst neben den kulturellen auch die kulinarischen Highlights.

Es ist an vielen Stellen zu spüren, dass Wien ein sehr beliebtes Ziel für einen Kurzurlaub zwischen den Jahren ist. Zunächst hatten wir beim Frühstück schon Probleme, überhaupt einen Platz zu bekommen. Als wir die Schlange vor der Kasse des Leopold Museums schon sahen, bevor wir den Eingangsraum überhaupt betreten hatten, wurde es uns ein weiteres Mal bewusst. Jedoch hatten alle Besucher Zeit mitgebracht und warteten geduldig, bis sie zwanzig Minuten später ihr Eintrittsticket gelöst hatten. Das Leopold Museum ist vor allem für seine Sammlung von Egon Schiele-Werken bekannt, beherbergt aber auch Gemälde anderer österreichischer Maler wie beispielsweise Gustav Klimt.

Leopold Museum – Egon Schiele
Leopold Museum – Gustav Klimt
Egon Schiele – Selbstbildnis mit Lampionfruechten (1912)
Gustav Klimt – Tod und Leben (1910)

Neben dem Besuch des Leopold Museums stand heute noch die Besichtigung der Albertina auf dem Programm, um halb sieben sollte dort eine Führung stattfinden. Da wir nach dem Rundgang durch das Leopold Museum noch jede Menge Zeit hatten, schlenderten wir vom Museumsquartier in Richtung Hofburg zum Eingang des Prunksaals der Österreichischen Nationalbibliothek: Die ehemalige Hofbibliothek gehört zu den schönsten Bibliotheken der Welt. Auf 80 m Länge sorgen zahlreiche Fresken und eine aufwendig geschmückte Kuppel für kaiserliches Flair. Auch hier gab es eine lange Schlange vor der Ticketkasse.

Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek
Himmelsglobus im Prunksaal

Nach so viel Kultur hätten wir uns eigentlich bereits eine ausgiebige Pause verdient gehabt. Da laut Reiseführer um 15 Uhr jedoch eine Führung durch den Stephansdom stattfinden sollte, schoben wir den Besuch eines Kaffeehauses erst einmal auf. In der Kirche machte ein Aushang darauf aufmerksam, dass es heute keine Führung gebe. Da wir aber schon mal da waren, nutzten wir die Gelegenheit und erkundeten das Kircheninnere mittels Audioguide: An 12 Stationen erfuhren wir einiges über den Dom, seine Orgeln und kostbaren Kunstschätze.

Taufbecken Katharinenkapelle
Hochgrab Kaiser Friedrichs III.
Hauptschiff mit Blick zur Orgel
Feiertagsseite des Wiener Neustädter Altars
Kanzel
Fenstergucker unter der Kanzel

Danach war es aber höchste Zeit, sich bei einer heißen Schokolade und einem Kaiserschmarrn aufzuwärmen. Im zunächst aufgesuchten Kleinen Café fanden wir keinen Platz und die Raucherlaubnis im Lokal ließ uns auch schnell wieder an die frische Luft zurück eilen. Kurzerhand entschieden wir, dem Café Frauenhuber einen erneuten Besuch abzustatten.

Kaiserschmarrn-Test: bestanden!

Frisch gestärkt machten wir uns anschließend auf den Weg zur Albertina: Das Museum ist im Palais Erzherzog Albrecht untergebracht, einer ehemaligen Residenz der Habsburger, und beherrbergt eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt.
Im Erdgeschoss schauten wir uns zunächst zeitgenössische Kunst (u.a. Andy Warhol, Gerhard Richter und Georg Baselitz) an, arbeiteten uns danach durch die Sammlung Batliner mit Werken von Monet bis Picasso weiter vor, um schlussendlich um 18:30 Uhr an der Führung durch die Ausstellung  “Seurat, Signac, Van Gogh – Wege des Pointillismus” teilzunehmen. Pointillismus gehört sicher nicht zu unseren bevorzugten Kunststilen, interessant war die Führung jedoch auf alle Fälle.

Albertina
Gerhard Richter – Porträt Heidi Kuhn (1968)
Albrecht Dürer – Der Feldhase (1502), hier leider nur ein Faksimile
Pablo Picasso – Stierkampf (1960)
Die Wege des Pointilismus sind leider fotografisch nicht belegt…
… hier aber das Hauptwerk: Georges Seurats “Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte” (Quelle: wikipedia)

Nach so viel Kultur musste ein “Original Wiener Schnitzel” her. Das Restaurant Plachutta an der Oper, das wir uns dazu ausgesucht hatten, war jedoch leider voll besetzt. Auf der Suche nach einer Alternative kamen wir an der Gastwirtschaft Huth vorbei: glücklicherweise war noch ein Platz frei – besser hätte das Wiener Schnitzel mit dem Erdäpfel-Vogerl-Salat (Kartoffel-Feldsalat) auch im Plachutta nicht sein können!

So sieht ein echtes Wiener Schnitzel aus (Quelle: huth-gastwirtschaft.at)

Gesättigt und müde von den vielen Eindrücken des Tages fuhren wir mit der U-Bahn zurück zum Hotel und waren froh, im warmen Zimmer auf dem Bett den restlichen Abend genießen zu können.

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