Hoi An (Vietnam) 08.10. – Eine völlig neue Perspektive

Heute gibt es ein völlig ungewohntes Bild, da der Nachmittag zur freien Verfügung stand. Jetzt ist auch klar, wofür das warme Wetter gut ist – nicht zur Besichtigung von Tempeln oder sonstigen Sehenswürdigkeiten: am Pool lässt es sich perfekt aushalten.

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Hotel Hoi An Trails – Pool

Einziger Wehrmutstropfen ist die Lärmkulisse. In Vietnam wird grundsätzlich ein Mönch befragt, wann ein guter Tag zum Heiraten sei. Heute war wohl ein solcher Tag. Hier feiert man richtig groß, 500 – 1000 Gäste sind keine Seltenheit. Eine der Feiern findet in unmittelbarer Nähe zu unserem Hotel statt. Die Musikauswahl für das Fest ist in meinen Ohren sehr grenzwertig, was sicherlich auch daran liegt, dass ich mit der Musik der 80er groß geworden bin. Es wird keine traditionelle Musik oder gar ein Hochzeitswalzer gespielt, es hört sich vielmehr so an, als ob auf der Straße vor dem Hotel die Loveparade vorbeizieht und alle Wagen beschlossen haben, dort stehen zu bleiben. Alternativ könnte es auch eine Bandprobe von Scooter sein, ich werde es nie erfahren. Es würde mich nur interessieren, ob die Eltern des Brautpaares auf der Party eingeladen sind und wenn ja, was sie von der Musik halten.
Völlig ruhig hingegen verlief dann unsere Massage, die wir uns vor dem Abendessen gegönnt haben: eine halbe Stunde Durchkneten lassen bewirkt Wunder für Körper und Seele.

Vor der Erholung stand heute morgen die Besichtigung der Altstadt von Hoi An auf dem Programm, die sich am Fluss sehr idyllisch und touristisch an der Mündung des Flusses Sông Thu Bồn präsentiert. Riesenvorteil ist, dass hier zum ersten Mal im Urlaub in Südostasien ein Fahrverbot für alle motorisierten Untersätze in der Altstadt gilt. Das macht das Bummeln deutlich entspannter.  Die Stadtbesichtigung beinhaltete unter anderem den Besuch einer Seidenspinnerei (natürlich inklusive Verkaufsraum) und einer traditionellen Musik- und Tanzvorführung bei der u.a. ein als Shaolin-Mönch verkleideter Vietnamese mit zwei Damen tanzt, wobei sich die Geschichte des Tanzes nur Eingeweihten erschließt. Aber es gibt noch weitere Tänze wie beispielsweise “Balancieren von Tongefäßen auf dem Kopf”. Insgesamt aber eine nette Abwechslung.

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Traditioneller Tanz

Natürlich gibt es auch in Hoi An einen Tempel, den man gesehen haben muss, hier ist es der Quan-Cong-Tempel, in dem zum ersten Mal auf unserer Rundreise der Gott des Meeres verehrt wird. Die Begründung liegt auf der Hand, war Hoi An in seiner Blütezeit im 16. – 19. Jahrhundert eine wichtige Hafenstadt. Neben den Räucherstäbchenspiralen an der Decke, die unglaubliche zwei Wochen lang brennen und die man verbunden mit einem Wunsch für Geld im Tempel abbrennen lassen kann, …

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.. waren die zwei Wächter des Tempels besonders interessant. Einer der Beiden kann 1000 km weit sehen und der Zweite 1000 km weit hören. Den “Sehverstärker” stellen wir am Besten Alex an die Seite und das “Hörgerät” bekommt Jochen. Schon sind wir ein unschlagbares Team.

Und weil der Fahrtwind bei einer Bootstour sehr erfrischend wirkt, stand dieser Programmpunkt auch heute wieder einmal an, inklusive Besuch einer Holzschnitzwerkstatt – überraschenderweise ohne jeglichen Kaufzwang.

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Bootstour

Morgen geht es dann weiter zur letzten Etappe unserer Rundreise durch Kambodscha und Vietnam: wir fliegen nach Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon.

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