Kopenhagen (Dänemark) 27.04. – Schloss Rosenborg, Staatliches Kunstmuseum und Meerjungfrau

Von zwei Vorhersagen für heute war nur eine zutreffend, und zwar die Wettervorhersage. Beim Verlassen des Hotels am Morgen waren wir bereits gezwungen, den Regenschirm auszupacken – der Regen sollte erst am Nachmittag aufhören. Die andere Vorhersage bezog sich auf den mutmaßlichen Andrang am Frühstücksbuffet: Zu der Zeit, als wir den Frühstücksraum betraten, sollte eigentlich wenig Betrieb sein, doch hatten wir Glück, überhaupt noch einen freien Tisch zu ergattern. Am Frühstück selbst konnten wir nichts bemängeln – es gab alles, was das Herz begehrte und wir starteten gut gerüstet zu unseren Besichtigungen. Als Erstes stand das Schloss Rosenborg auf dem Programm.

Um unsere Kondition ein wenig zu schonen und den öffentlichen Nahverkehr zu testen fuhren wir mit der Bahn vom Hauptbahnhof zwei Stationen weiter nach Nørreport, von dort waren es nur fünf Minuten zu Fuß bis zum Schloss. Dort angekommen hieß es jedoch, im Regen Schlange zu stehen und Geduld zu haben. Eine Viertelstunde später hielten wir endlich die Eintrittskarten für den Schlossbesuch in der Hand.

Um den Besucheranstrum ein wenig zu reglementieren werden Besucher im Abstand von 10 Minuten ins Schloss gelassen. Auf den Fotos vom Inneren des Schlosses sind fast keine anderen Touristen zu sehen – doch der Eindruck trügt. Oft mussten wir lange abwarten, um diese Bilder zu machen. Teilweise war uns das Gedränge fast schon ein bisschen zu viel.

Ups, wo sind denn die ganzen anderen Besucher hin? Im Winterzimmer sind sie schon mal nicht
Vielleicht ein bisschen zu viel Marmor, aber auf alle Fälle ein schöner Fußboden
Eine Nautilus-Muschel an sich ist schon sehr schön, der Mensch kann daraus aber etwas noch Schöneres machen
Auch im Saal Frederiks IV. gibt es einiges anzuschauen

Das Schloss, Anfang des 17. Jahrhunderts vom damaligen Herrscher Christian IV. erbaut, diente jedoch nur knapp 10 Jahre als Sitz der dänischen Könige. Bereits 1710 zogen die Könige ins neu erbaute Schloss Fredensborg um und Rosenborg diente nur noch aus Aufbewahrungsort von königlichen Sammlungen. Schon 1838 wurde Rosenborg als Museum eröffnet und die Schätze der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der Rundgang durchs Schloss beginnt im Erdgeschoss und windet sich durch vollgestopfte Prunkräume bis in den 2. Stock, wo sich über die gesamte Länge des Schlosses der Rittersaal mit dem Thron der Könige und den Rosenborger Wandteppichen erstreckt.

Welcher ist jetzt der Königinnen- und welcher der Königsthron? Wechselt das, wenn ein anderes Geschlecht an die Macht kommt? Fragen über Fragen

Im Anschluss lohnt sich ein Besuch des Kellers, in dem neben Prunkwaffen und Weinkeller hinter einer dicken Stahltür die Schatzkammer der dänischen Könige mit Krone, Zepter und vielen weiteren prunkvollen Utensilien untergebracht ist.

Schönes Schmuckkästchen
Oldenburger Wunderhorn – wer die Sage nachlesen will, der kann dies hier tun
Der Elefantenorden
… und die Kronen
Schloss Rosenborg hat einen sehr gepflegten Garten

Einen kurzen Fußmarsch vom Schloss entfernt befindet sich das Staatliche Kunstmuseum – einer Gemäldegalerie mit Werken europäischer Künster von 1300-1800, dänischer und nordischer Kunst von 1750-1900, dänischer und internationaler Kunst nach 1900 und französischer Kunst zwischen 1900 und 1930. Die Ausstellung zu moderner zeitgenössischer Kunst trägt teilweise zur Erheiterung bei – nicht immer ist die Absicht des Künstlers wirklich zu erahnen.

Die Größe des Staatlichen Kunstmuseums zeigt schon, dass es hier einiges zu sehen gibt
Beeindruckendes in Miniaturausführung
“The Dancer” von André Derain – neben Henri Matisse einer der Hauptvertreter des Fauvismus
Henri Matisse im Selbstporträt 1906
Dass Edvard Munch nicht gerade eine Frohnatur war, ist ja bekannt
“The Last Supper” (1909) – Emil Nolde
Das linke Schaf leidet wohl an Beckenschiefstand aufgrund eines zu kurzen Hinterbeins

Vor dem Rückweg zum Hauptbahnhof, wo das Abendessen auf uns wartete, spazierten wir noch zu einem der Hauptanziehungspunkte in Kopenhagen: recht weit vom Zentrum entfernt sitzt die Kleine Meerjungfrau – Hauptfigur in Hans Christian Andersens gleichnamigen Märchen – auf einem Felsen und schaut traurig drein. Sie träumt davon, mit dem Prinzen zu leben, den sie vor dem Ertrinken gerettet hat. Angesichts der Besuchermassen – geschätzt eine Million Menschen pro Jahr – wird sich ihre Laune bestimmt nicht bessern. Unter den Besuchern scheint noch kein Prinz gewesen zu sein, der sie erlöst.

Einer der Besuchermagnete in Kopenhagen – Die Kleine Meerjungfrau
Wer hat nur zugelassen, dass auf der anderen Uferseite ein Müllheizkraftwerk gebaut wird?

Auf dem Weg zur Bahnstation liefen wir am mächtigen Gefion-Brunnen vorbei, der eine Szene aus der germanischen Mythologie darstellt.

Man kombiniere eine Jungfrau mit ihren in Stiere verwandelten Söhnen und einem Konflikt zwischen Dänemark und Schweden und schon hat man einen Mythos geschaffen

Am Hauptbahnhof angekommen fielen uns neben den Fahrrädern die große Anzahl an Elektrorollern auf den Straßen auf: Während man in Deutschland noch darüber diskutiert, ob Elektroroller auf den Radweg gehören oder auf dem Gehweg fahren dürfen, haben sie sich in Kopenhagen bereits durchgesetzt.

Roller Roller ratatat, wenn Robert einen Roller hat, dann rollt er durch die ganze Stadt, Roller Roller ratatat

Im üblichen Rhythmus unserer Weltreise (italienisch/thailändisch/indisch) war heute zum Abendessen ein thailändisches Restaurant dran.

Baan Thai – lecker auf thailändisch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert