Von zwei Vorhersagen für heute war nur eine zutreffend, und zwar die Wettervorhersage. Beim Verlassen des Hotels am Morgen waren wir bereits gezwungen, den Regenschirm auszupacken – der Regen sollte erst am Nachmittag aufhören. Die andere Vorhersage bezog sich auf den mutmaßlichen Andrang am Frühstücksbuffet: Zu der Zeit, als wir den Frühstücksraum betraten, sollte eigentlich wenig Betrieb sein, doch hatten wir Glück, überhaupt noch einen freien Tisch zu ergattern. Am Frühstück selbst konnten wir nichts bemängeln – es gab alles, was das Herz begehrte und wir starteten gut gerüstet zu unseren Besichtigungen. Als Erstes stand das Schloss Rosenborg auf dem Programm.
Um unsere Kondition ein wenig zu schonen und den öffentlichen Nahverkehr zu testen fuhren wir mit der Bahn vom Hauptbahnhof zwei Stationen weiter nach Nørreport, von dort waren es nur fünf Minuten zu Fuß bis zum Schloss. Dort angekommen hieß es jedoch, im Regen Schlange zu stehen und Geduld zu haben. Eine Viertelstunde später hielten wir endlich die Eintrittskarten für den Schlossbesuch in der Hand.
Um den Besucheranstrum ein wenig zu reglementieren werden Besucher im Abstand von 10 Minuten ins Schloss gelassen. Auf den Fotos vom Inneren des Schlosses sind fast keine anderen Touristen zu sehen – doch der Eindruck trügt. Oft mussten wir lange abwarten, um diese Bilder zu machen. Teilweise war uns das Gedränge fast schon ein bisschen zu viel.




Das Schloss, Anfang des 17. Jahrhunderts vom damaligen Herrscher Christian IV. erbaut, diente jedoch nur knapp 10 Jahre als Sitz der dänischen Könige. Bereits 1710 zogen die Könige ins neu erbaute Schloss Fredensborg um und Rosenborg diente nur noch aus Aufbewahrungsort von königlichen Sammlungen. Schon 1838 wurde Rosenborg als Museum eröffnet und die Schätze der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Der Rundgang durchs Schloss beginnt im Erdgeschoss und windet sich durch vollgestopfte Prunkräume bis in den 2. Stock, wo sich über die gesamte Länge des Schlosses der Rittersaal mit dem Thron der Könige und den Rosenborger Wandteppichen erstreckt.

Im Anschluss lohnt sich ein Besuch des Kellers, in dem neben Prunkwaffen und Weinkeller hinter einer dicken Stahltür die Schatzkammer der dänischen Könige mit Krone, Zepter und vielen weiteren prunkvollen Utensilien untergebracht ist.





Einen kurzen Fußmarsch vom Schloss entfernt befindet sich das Staatliche Kunstmuseum – einer Gemäldegalerie mit Werken europäischer Künster von 1300-1800, dänischer und nordischer Kunst von 1750-1900, dänischer und internationaler Kunst nach 1900 und französischer Kunst zwischen 1900 und 1930. Die Ausstellung zu moderner zeitgenössischer Kunst trägt teilweise zur Erheiterung bei – nicht immer ist die Absicht des Künstlers wirklich zu erahnen.







Vor dem Rückweg zum Hauptbahnhof, wo das Abendessen auf uns wartete, spazierten wir noch zu einem der Hauptanziehungspunkte in Kopenhagen: recht weit vom Zentrum entfernt sitzt die Kleine Meerjungfrau – Hauptfigur in Hans Christian Andersens gleichnamigen Märchen – auf einem Felsen und schaut traurig drein. Sie träumt davon, mit dem Prinzen zu leben, den sie vor dem Ertrinken gerettet hat. Angesichts der Besuchermassen – geschätzt eine Million Menschen pro Jahr – wird sich ihre Laune bestimmt nicht bessern. Unter den Besuchern scheint noch kein Prinz gewesen zu sein, der sie erlöst.


Auf dem Weg zur Bahnstation liefen wir am mächtigen Gefion-Brunnen vorbei, der eine Szene aus der germanischen Mythologie darstellt.

Am Hauptbahnhof angekommen fielen uns neben den Fahrrädern die große Anzahl an Elektrorollern auf den Straßen auf: Während man in Deutschland noch darüber diskutiert, ob Elektroroller auf den Radweg gehören oder auf dem Gehweg fahren dürfen, haben sie sich in Kopenhagen bereits durchgesetzt.

Im üblichen Rhythmus unserer Weltreise (italienisch/thailändisch/indisch) war heute zum Abendessen ein thailändisches Restaurant dran.
