Strahlender Sonnenschein begleitete uns heute auf unserem Abstecher nach Schweden: Seit dem Bau der acht Kilometer langen Öresundbrücke und deren Eröffnung im Juni 2000 ist es recht einfach, von Kopenhagen nach Malmö zu gelangen. Mit dem Regionalzug der Öresundståg fährt man vom Hauptbahnhof Kopenhagen bis zum Hauptbahnhof Malmö etwa eine halbe Stunde, das Ticket kostet 91 DKK, umgerechnet 12 EUR.
Für Malmö ist die Brücke ein wirtschaftlicher Segen, täglich pendeln ca. 20.000 Menschen von Schweden nach Dänemark. Von der spektakulären Brückenkonstruktion sieht man auf der Fahrt allerdings nichts – der Zug fährt unterhalb der Fahrbahn für den Autoverkehr. Man hat aber einen guten Blick auf den Öresund.

Malmö selbst ist mit seinen 300.000 Einwohnern überschaubar, die Sehenswürdigkeiten alle zu Fuß erreichbar. Erster Anlaufpunkt für uns war die Sankt Petri Kyrka aus dem 14. Jahrhundert. Dort fand gerade ein Programmpunkt des 10tägigen Malmö International Organ Festivals mit dem schwedischen Organisten Hans-Ola Ericsson statt. Die Orgelanlage der Kirche, die bis 2018 elektrifiziert und modernisiert wurde, gehört zu den größten Orgeln in Skandinavien. Sehenswert neben der Orgel ist der Kirchenaltar sowie die freigelegten mittelalterlichen Fresken in der Krämerkapelle.




Im Anschluss spazierten wir zur Burganlage Malmöhus – einer Festung mit dicken Backsteinmauern, die heute mehrere Museen beherbergen.

Vom Malmöhus aus sieht man in der Ferne eine weitere Sehenswürdigkeit der Stadt, die bei gutem Wetter auch in Kopenhagen zu erkennen ist: der Turning Torso des spanischen Architekten Santiago Calatrava. Der höchste Wolkenkratzer Schwedens misst 190m, beherbergt 54 Etagen und dreht sich so um seine Achse, dass das oberste Stockwerk genau um 90 Grad gegenüber dem untersten liegt.

Zurück im Zentrum war es Zeit für eine kleine Pause. Bestens dafür geeignet ist eines der Cafés oder Restaurants am schönsten Platz der Stadt, dem Lilla Torg. Das Form Design Center hatte leider montags geschlossen, in der angrenzenden Galleri Gustus konnten wir uns jedoch auch ein paar Objekte anschauen.




Auf dem nahegelegen Stortorget mit Rathaus geht es bedeutend ruhiger zu. Lediglich ein mobiler Wagen mit dem bekannten google-Schriftzug erregte unsere Aufmerksamkeit. Durch Nachfragen erfuhren wir, dass google hier Kurse für Onlinemarketing abhält – leider nur auf schwedisch. In einer Universitätsstadt sicherlich keine so schlechte Idee.


Nach einer schwedischen Zimtschnecke und letzten schönen Eindrücken von Malmö war es Zeit für die Rückfahrt nach Kopenhagen.



Vor dem Abendessen wollten wir noch einen Rundgang durch das Hipster-Stadtviertel Vesterbro machen: Hier finden sich die neusten Modetrends auf den Bürgersteigen, junge Gastronomen mit ambitionierten Visionen, schicke Weinbars und teure Einrichtungsläden. Auch der Meatpacking District befindet sich hier: Vor ein paar Jahren sind Bars, Restaurants, Clubs und Galerien in ehemalige Schlachthäuser einzogen.




Nun knurrte so langsam unser Magen: Wir hatten vorsorglich einen Tisch beim Nobel-Inder reserviert. Richtig viel los war nicht gerade, aber das konnten wir vorher ja nicht wissen.



Nach dem Essen wollten wir in den Tivoli, um auch etwas von der atmosphärischen Beleuchtung im Park zu sehen: Der Freizeitpark mit Fahrgeschäften, Restaurants und Cafés ist Dänemarks größte Touristenattraktion mit jährlich 4,4 Mio. Besuchern. Anders als zum Beispiel im Prater in Wien bezahlt man 130 DKK Eintritt, nur um in den Park zu gelangen. Inklusive der uneingeschränkten Nutzung aller Fahrgeschäfte beläuft sich der Eintritt auf rund 400 DKK. Wir wollten den Tag überleben und verzichteten auf die Fahrt mit Achterbahn inkl. Looping, Freefall-Tower oder Kettenkarussell in schwindelerregender Höhe und schlenderten stattdessen ein wenig durch den Park.
Die Planung unseres Besuchs war nicht ganz perfekt, kostenfreie Veranstaltungen wie z.B. im Pantomime Theater fanden leider montags nicht statt. Der Park ist wirklich sehr schön angelegt, die Eintrittsgelder tragen sicherlich dazu bei, dass die Anlage insgesamt sehr gepflegt ist und auch bleibt. Im Unterschoss des Tivoli Konzertsaals entdeckten wir durch Zufall ein Aquarium und schauten den Fischen zu, wie sie ihre Bahnen zogen.











Wir hatten einen tollen Abend und können den Besuch des Tivoli nur empfehlen.