Passau 29.05. – Der Bauherr Ludwig I.

Auf den bayerischen König Ludwig I. gehen einige berühmte Bauwerke und Traditionen zurück, seine Hochzeit mit Therese von Sachen-Hildburghausen im Jahr 1810 begründete beispielsweise das Oktoberfest. Er ist für die Vollendung der Türme des Regensburger Doms verantwortlich, ließ etliche Bauwerke in München errichten, unter anderem die Ludwigskirche, die Feldherrenhalle und die Alte Pinakothek. Weiterhin trägt die im Jahr 1835 eröffnete erste Bahnlinie Deutschlands von Nürnberg nach Fürth seinen Namen.

Heute schauten wir uns zwei monumentale Bauten an, die Ludwig I. in Auftrag gegeben hatte: die Befreiungshalle in Kelheim und die Walhalla in Donaustauf, beide ungefähr 30 km voneinander entfernt, jeweils an exponierter Lage mit Blick auf die Donau. Besichtigungen der beiden Bauwerke waren wegen Corona nur mit 24 h Vorlauf und in Verbindung mit einer digitalen Anmeldung über die Homepage der Bayerischen Schlösserverwaltung möglich., was wir gestern erledigt hatten. Nachdem wir heute gegen 10 Uhr aus unserer Ferienwohnung in Regensburg ausgecheckt hatten und nach Kelheim gefahren waren, erhielten wir zwischen 10:45 Uhr und 11.00 Uhr Einlass in die Befreiungshalle.

Zwischen den Jahren 1842 und 1863 wurde das Gebäude in Erinnerung an die Befreiungskriege gegen Napoleon in den Jahren 1813-1815 errichtet. An der Außenfassade stehen 18 Statuen, die die deutschen Volksstämme repräsentieren, die an den Schlachten beteiligt waren.

Im Innenraum unter einer riesigen Kuppel reichen sich Siegesgöttinnen die Hände, zwischen ihnen sind die Schlachten der Kriege gegen Napoleons Truppen abgetragen.

Über 165 Stufen erreicht man die einmal um das Gebäude herum führende Außenterrasse, die einen herrlichen Rundumblick liefert inklusive der Aussicht auf Kelheim sowie der Mündung der Altmühl in die Donau.

Kelheim – Die Stadt im Fluss

Auf dem Rückweg gelangt man auf die innere Aussichtsterrasse mit Blick von oben auf den Innenraum und in die Kuppel.

Blick von der Inneren Aussichtsterrasse auf den Boden

Neben den historischen Bezügen bieten sich dem Besucher immer wieder tolle Blicke und Fotomotive.

Blick von unten in die Kuppel
Reicht Euch die Hände
Siegesgöttinnen unter sich
„Klotzen, nicht Kleckern!“
Ein letzter Blick auf die Siegesgöttinen

Hielt sich hier die Besucherzahl in Grenzen war dies in Donaustauf bei Besichtigung der Walhalla völlig anders: Der Parkplatz, von dem ein kurzer Fußweg zum Gebäude führt, war komplett belegt, Stimmen aus aller Herren Länder waren zu vernehmen, und vor allem junge Menschen genossen von den Treppenstufen aus den Blick auf die im Tal fließende Donau.

Einen wirklich schönen Ort hat sich König Ludwig I. für die Walhalla ausgesucht

Das Gebäude wurde 1842 eröffnet und huldigt berühmten Persönlichkeiten aus dem deutschen Sprachraum. Aktuell sind 131 Büsten und 65 Gedenktafeln ausgestellt, unter anderem finden sich hier Büsten von Johannes Gutenberg (wer hätte gewusst, dass sein eigentlicher Name Hennes bzw. Johannes Gensfleisch war), Albrecht Dürer, Johannes Kepler, Johann Wolfgang von Goethe, Martin Luther, Albert Einstein und Sophie Scholl. Jeder kann einen Antrag auf Aufnahme einer berühmten Persönlichkeit frühstens 20 Jahre nach deren Ableben stellen, die Entscheidung über die Aufnahme trifft der Bayerische Ministerrat.

Hier ein paar Eindrücke unserer Besichtigung innerhalb und außerhalb des Gebäudes:

Ob irgendwann Schluss mit neuen Köpfen ist?
Einige Büsten sehen gut gelungen aus – bei anderen scheint sich der Bildhauer weniger Mühe gegeben zu haben
Natürlich darf der Erbauer selbst nicht fehlen
Prunk bis unter die Decke
Da wirkt der einzelne Besucher ganz klein
Zeugt nicht gerade von Understatement
Schöner Ort für ein Päuschen

120 km weiter donauabwärts steuerten wir unsere nächste Unterkunft in der Passauer Altstadt an. Unser Gastgeber empfing uns Viertel vor drei pünktlich an der Eingangstür und zeigte uns die wunderschöne und mit sehr viel Geschmack eingerichtete Ferienwohnung – es besteht die Befürchtung, dass wir hier nach der einen Woche nicht mehr weg wollen. Eine der Annehmlichkeiten ist die Zusammenstellung aller notwendigen Infos zu Wohnung, Sehenswürdigkeiten in Passau und eine Auswahl an Restaurants in der Altstadt – aufbereitet auf einem Tablet. Beeindruckend, wie viel Mühe sich die Gastgeber gemacht haben.

Zwischen Regensburg und Passau besteht zwar nur gut eine Stunde Fahrzeit, im Umgang mit Corona scheinen jedoch Welten zwischen den beiden Städten zu liegen: Während in Regensburg in der gesamten Altstadt Maskenpflicht herrscht, sind Masken in Passau nur sehr selten zu beobachten. Die Fußgängerzone am Samstag Nachmittag war so gut besucht, wie es ohne Corona nicht anders sein könnte, vor den Geschäften und Eisdielen bildeten sich lange Schlangen, überall saßen Menschen in den Außenbereichen von Cafes und auf öffentlichen Plätzen. Auch wenn die Inzidenzwerte in Passau bereits seit längerem sehr niedrig sind, ging uns der Wechsel heute dann doch zu schnell, und wir zogen es vor, in den Menschenmassen weiterhin Maske zu tragen.

Wieder in der Wohnung angekommen, stand nach Befüllung des Kühlschranks mit unseren Einkäufen die Planung des Abendessens an: Die erste Empfehlung unseres Gastgebers, das italienische Restaurant Il localino hatte leider keinen freien Platz mehr, aber gleich der zweite Versuch beim Ristorante Il Monastero war erfolgreich. Eine sehr gute Pizza, ein wohlschmeckender kalabrischer Wein und ein Espresso, der müde Männer und Frauen munter macht, waren der Abschluss für einen schönen Tag.

Wir waren froh, zuvor einen Platz reserviert gehabt zu haben und während des Essens vom Regenschauer bis auf ein paar Regentropfen verschont geblieben zu sein

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