Oxford 29.05. – Highclere Castle oder Downton Abbey?

Knapp eine Stunde südlich von Oxford in der Grafschaft Hampshire liegt idyllisch inmitten von Wiesen und Wäldern Highclere Castle. Bereits im Jahr 1692 ging das ursprünglich an der Stelle stehende Schloss in den Besitz der Familie Herbert über. Das Schloss in der heutigen Form wurde zwischen 1839 und 1842 von Henry Herbert, 3. Earl of Carnarvon errichtet. Noch heute befindet sich Highclere Castle im Besetz der Familie Herbert: Der 8. Earl of Carnarvon, George Reginald Oliver Molyneux Herbert bewohnt es mit seiner zweiten Frau Fiona und ist dafür verantwortlich, dass das Schloss als Filmkulisse der Fernsehserie Downton Abbey ab 2010 weltweit Berühmtheit erlangte. Fans der Serie pilgern seitdem hierher und wollen sehen, wo der 5. Earl of Grantham Robert Crawley mit seiner Frau Cora und den Töchtern Mary, Edith und Sybil lebte.

Nach dem Parken unseres Wagens vor dem Schloss hatten wir Probleme, den Autoschlüssel zu finden – ohne ihn hätten wir das Fahrzeug nicht starten können, also musste er sich doch irgendwo im Auto befinden. Weder eine fünfzehnminütige Suche in allen Ecken des Autos noch der Anruf im Hotel in Oxford, verbunden mit der Bitte, auf dem Parkplatz nachzuschauen, führte zum Auffinden des Schlüssels. Der Verzweiflung nahe war eine Lösungsoption, das Auto unverschlossen stehen zu lassen oder die Autovermietung anzurufen und dort nach einer Lösung zu suchen.
Nach weiterem Wühlen und Suchen wurden wir für unsere Hartnäckigkeit belohnt: Bei der Übernahme des Autos hatte man uns mitgeteilt, dass der Becherhalter im Armaturenbrett defekt sei – durch genau dieses Loch war der Schlüssel in den Hohlraum darunter gerutscht. Wir konnten den Schlüssel zwar unten liegen sehen, ihn aber nicht nach oben befördern. Nach dem Einsatz von roher Gewalt rutschte der Schlüssel schließlich weiter nach unten und kam am Fuß des Beifahrersitzes zum Vorschein. Hurra!

Nach dieser Aufregung waren wir glücklich, zum Eingang des Schlosses zu schlendern und uns in die Warteschlange einzureihen.

Es kann losgehen

Der Rundgang durch die öffentlich zugänglichen Räume führte durch das Erdgeschoss mit der wunderschönen Halle und Zimmern im ersten Stock. Da Fotografieren innerhalb des Schlosses leider nicht gestattet war, kauften wir uns später Postkarten, um die Erinnerung lebendig zu halten. Alternativ könnten wir natürlich wieder Downton Abbey schauen.

Eine der wichtigsten Aktivitäten des Tages (und vielleicht des gesamten Urlaubs) war mit dem Rundgang durch das Schloss erledigt. Nach einer ausgiebigen Inspektion des Souvenirshops, den wir natürlich ohne Mitbringsel nicht verlassen konnten und wollten, machten wir uns zur Erkundung der Umgebung des Schlosses auf, spazierten zu den Gärten, bevor wir die Gelegenheit nutzten, Fotos von der Bank zu machen, auf der in der Serie Lady Mary des Öfteren saß. Aber auch unabhängig von der Serie ist es ein schöner Platz, um die Kulisse zu genießen.

Neben dem Museumsshop lädt auch ein Café zum Verweilen ein
Wo ist Lady Mary?

Die geschäftstüchtige Familie Herbert bestreitet ihr Einkommen nicht nur mit Führungen durch ihr Schloss, auch ein jährlich stattfindender Jahrmarkt mit allerlei Verkaufsständen und Vorführungen füllt ihre Kassen. Hunde beim Apportieren zu Fotografieren machte ebenso Spaß wie den Klängen einer Musikkapelle zu lauschen, einer Hundemeute zuzuschauen, die so gar nicht auf ihr Herrchen hören wollte, oder Flugvorführungen von prächtigen Greifvögeln eines Falkners zu bestaunen.
Ganz andere Flugvorführungen gaben Freestyle Motorradfahrer bei ihren waghalsigen Sprüngen zum Besten. Unwillkürlich kam uns die Frage in den Sinn, wie man diese Akrobatik lernt, ohne sich den Hals zu brechen.

Neben Laufenten in unterschiedlichen Kostümen gab es auch welche in den Trikots namhafter englischer Fußball-Clubs

Natürlich wurde auf dem Gelände auch für das leibliche Wohl gesorgt, neben nahrhaften Speisen konnten wir dem Stand mit den Fudges nicht widerstehen. Das reichte auch an Kalorien für den heute, wir verzichteten freiwillig auf ein Abendessen.

Mindestens so ungesund wie eine Currywurst in Deutschland: Fudge besteht aus Butter, Zucker, Schokolade und Milch und geht sofort auf die Hüften

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