Colmar 20.07. – Street Art in alten Gemäuern und Sightseeing in Colmar

Das erste Mal, dass wir im Elsass waren, liegt mittlerweile fast 19 Jahre zurück. Im Jahr 2005 übernachteten wir zwischen den Jahren in Straßburg, wir erinnern uns noch allzu gut daran, dass bei unserem Ausflug nach Colmar die Temperaturanzeige des Autos auf unter -10 Grad absackte. In den Folgejahren waren wir zu Konzerten von Cali und Indochine in Straßburg bzw. zum Foire aux Vins Musikfestival in Colmar, haben uns das Elsass bei deutlich angenehmeren Temperaturen angeschaut und waren im Museum Würth in Erstein. So warm wie beim ersten Besuch werden wir uns dieses Mal nicht einkleiden müssen, wir wollen die kommenden vier Tage unsere Erinnerungen auffrischen, neue Eindrücke sammeln und es uns im Elsass gut gehen lassen.

Unser erster Halt in Neuf-Brisach, südöstlich von Colmar gelegen, ist gar nicht so neu wie es der Name vermuten lässt, auf alle Fälle aber jünger als das auf der gegenüberliegenden Rheinseite gelegene Breisach. Die ganze Schönheit der Stadt und ihre ungewöhnliche Grundform sieht man leider nur aus der Vogelperspektive, aus der sich ein perfekter Stern offenbart. Die Stadt wurde Anfang des 18. Jahrhunderts von Sébastien Le Prestre de Vauban, dem Architekten des Sonnenkönigs Ludwig XIV. entworfen, der für unzählige Bauten in Frankreich verantwortlich ist. Nachdem Ludwig XIV. das rechtsrheinische Breisach annektiert hatte, die Befestigung ausbaute, die Stadt aber nach dem Ende des pfälzischen Erbfolgekrieges wieder abgeben musste, entstand auf der gegenüberliegenden linken Rheinseite die sternförmige Befestigungsanlage Neuf-Brisach mit einem Straßennetz in Schachbrettform und einem zentralen Exerzierplatz.

In den Kasematten, den mächtigen Gewölbekellern innerhalb der Festungsanlagen, hat sich das Mausa Vauban angesiedelt, einem Museum für Street bzw. Urban Art, in dem sich international bekannte Künstler die ungenutzten Flächen der Festung für ihre Kunstwerke zu Nutze gemacht haben.

Blick in die Kasematten, die zur Zeit von Vauban sicherlich ganz anders aussahen und für andere Zwecke genutzt wurden

Witzige, originelle und künstlerisch anspruchsvolle Arbeiten zieren seitdem die Wände und es kommen immer wieder neue Kunstwerke dazu. Ein positiver Nebeneffekt der Besichtigung für uns war, dass es in den Gewölben bei teilweise unerträglichen Außentemperaturen angenehm kühl war.

Nach dem Museum spazierten wir zur Porte de Colmar, wechselten auf die Außenseite der Festungsmauern, gingen durch den Festungsgraben zur Porte de Strasbourg und wieder hinein in die Stadt, um in der Nähe des zentralen Platzes in der Stadt in der Pâtisserie Birké eine kleine Erfrischung in Form eines Perrier menthe (Perrier mit Minzsirup) zu genießen.

Anschließend fuhren wir nach Colmar, checkten in unserem Hotel ein und erkundeten die Stadt ein wenig zu Fuß. Auf dem Weg vom Hotel in die Altstadt sahen wir nahezu keine Touristen, was sich jedoch schlagartig änderte, als wir die erste Brücke über die Lauch erreichten. Hier im äußerst pittoresken Krutenau-Viertel, auch Klein-Venedig genannt, standen etliche Besucher und lichteten die wunderschöne Kulisse der alten Fachwerkhäuser ab oder ließen Bilder von sich mit dem herrlichen Hintergrund machen. Auch wir stellten uns ans Geländer und hielten die Szenerie mit dem Smartphone fest.

Rue de Turenne – Wer hier seinen Fotoapparat nicht zückt, hat ihn vergessen

Nachfolgend ein paar weitere Impressionen unseres Rundgangs durch das wunderschöne Colmar, der uns bis zum Museum Unterlinden (der Besuch ist für schlechteres Wetter geplant) führte.

Ein kleines Stück weiter stößt man auf das sogenannte Kopfhaus (Maison des Têtes) von 1609. Der Name des Gebäudes erklärt sich beim Betrachten der wunderschönen Fassade des Hauses, die 106 Köpfe und grotesken Masken zieren.

Wenn auch auf den Bildern nicht allzu viele Menschen zu sehen sind, dieser Eindruck täuscht. Durch die schmalen Gassen drängten sich Besuchermassen, die Außenbereiche der Cafés und Restaurants boten nur selten freie Plätze und etliche Souvenirs warteten darauf, den Besitzer zu wechseln.

Nach so vielen neuen Eindrücken war es Zeit für eine Pause, wir ließen uns eine Pizza der französischen Kette Pizza Cosy schmecken und schlenderten im Anschluss noch ein wenig durch die Altstadt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert