Zum Frühstück gab es heute die Mini-Wassermelone, die unsere Freunde gestern als Willkommens-Geschenk mitgebracht hatten. Den großen Bruder, den wir bei Bezug unseres Ferienhauses von unseren Gastgebern im Kühlschrank vorfanden, werden wir uns in den kommenden Tagen schmecken lassen.
Am Nachmittag starteten wir einen Ausflug ganz in den Süden Istriens nach Pula. Die Stadt ist bekannt für die Bauwerke, die die Römer hier während ihrer Herrschaft errichteten und die die Jahrhunderte überstanden haben, allen voran das Wahrzeichen der Stadt, das mächtige Amphitheater, das im Jahr 81 n.Chr. zu Zeiten von Kaiser Vespasian fertiggestellt wurde. Bis ins 5. Jahrhundert wurden hier die Menschen mit Brot und Spielen unterhalten, über 23.000 Menschen fanden zur Zeiten der Antike im Amphitheater Platz. Während der Innenraum im Laufe der Jahrhunderte für Baumaterial geplündert wurde, ist die Fassade aus weißem Kalkstein hingegen noch weitgehend im Originalzustand – wer nachzählen möchte: auf zwei Geschossen befinden sich 72 Bögen, die von rechteckigen Fensternischen gekrönt werden.




Heute wird die Arena für Opern, Konzerte und Theater genutzt. Wie auch bei unserem Urlaub in Kanada – wir hatten das Konzert von Alex Jugendliebe Duran Duran um wenige Tage verpasst– musste die Band bei ihrem Auftritt am 30. Juli 2024 sehr zum Leidwesen von Alex ohne uns auskommen.
Nach dem Besuch des etwas außerhalb der Altstadt am Hafen liegenden Amphitheaters spazierten wir einmal entgegen dem Uhrzeigersinn rund um den Hügel, auf dessen Spitze zur Verteidigung der Stadt seit 1630 die Festung Kaštell steht. Beim Rundgang durch die schmalen gepflasterten Gassen, in denen unzählige Bars und Restaurants auf Besucher warteten, kamen wir an weiteren Hinterlassenschaften der Römer vorbei, unter anderem am Augustus-Tempel, der aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammt, während der Herrschaft von Kaiser Augustus errichtet wurde und Augustus sowie der Göttin Roma gewidmet war.
Ein bisschen versteckt mitten in der Altstadt lag das Mosaik “Die Bestrafung der Dirke”: entdeckt wurde es erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als man Ruinen von Bombenangriffen weggeräumt hatte. Das Mosaik mit einer Gesamtfläche von 65 qm zeigt in einem Feld die namensgebende Szene, in der Dirke anstelle ihrer Cousine Antiope von deren Söhnen Amphion und Zethos an einen Stier gefesselt und so zu Tode geschleift wird.
Ein kurzes Stück weiter durchschritten wir den Sergierbogen. Erbauer des Triumphbogens war zwischen 29 und 27 v. Chr. das römische Adelsgeschlecht der Sergier: Salvia Postuma Sergi hatte ihn als Denkmal für drei ihrer männlichen Verwandten in Auftrag gegeben und aus privaten Geldmitteln finanziert, wie es im Fries auch zu lesen ist: de sua pecunia.
Außerhalb der alten Stadtmauer trafen wir auf die Markthalle in schöner Jugendstilarchitektur aus Eisen und Glas, die nach einem Jahr Bauzeit am 18. Oktober 1903 der Öffentlichkeit übergeben wurde. Am Nachmittag waren die Marktzeiten leider schon vorbei und die Einkäufer vielleicht schon damit beschäftigt, das Abendessen vorzubereiten.
Wir spazierten zurück zu unserem Parkplatz und fuhren anschließend nach Hause, um uns umzuziehen. Allzuviel Zeit blieb uns nicht, denn wir waren bereits um 19 Uhr mit unseren Freunden zum Abendessen in Bale verabredet, sie hatten einen Tisch in der Jazz-Taverne Kamene priče reserviert. Vorher schlenderten wir noch durch das sehr schön herausgeputzte Dorf, dessen Häuser der Altstadt sich rund um einen kleinen Hügel gruppieren.
In der kleinen Kirche St. Duha sind Fresken erhalten, die dem Meister Albert aus Konstanz zugerechnet werden.



Zum Glück hatten wir einen Tisch reserviert, denn unser Restaurant war komplett ausgebucht, wie einige enttäuschte Touristen auf Nachfrage erfuhren. Wir nahmen im Innenhof Platz an dem Tisch, vor dem kurze Zeit später der Gitarrist Goran Tomić Flamenco- und Jazzstandards zu spielen begann.
Die Abläufe in der Küche waren heute ordentlich durcheinander gewirbelt worden, da die Köchin mit gesundheitlichen Problemen nach Hause geschickt werden und der Besitzer die Regie am Herd selbst übernehmen musste. Zu späterer Stunde, als die Gäste gesättigt und ein wenig Ruhe eingekehrt war, gesellte er sich zum Gitarristen und gab What a Wonderful World von Louis Armstrong zum Besten.
Als noch ein Violinist hinzugekommen war, um im Duett mit dem Gitarristen zu spielen, ließ es sich Besitzer nicht nehmen, auch noch einen 80er Jahre Hit aus Jugoslawien von Azra zu singen.
Wir genossen einen wunderschönen Sommerabend mit istrischem Schinken und Käse als Vorspeise und selbstgemachten Nudeln als Hauptgericht.
Für einen hausgemachten Strudel zur Nachspeise war auch noch Platz.













