Vor der Fahrt auf den höchsten walisischen Berg Mount Snowdon muss jeder Besucher eine Entscheidung zu treffen: Möchte man via original Schweizer Dampflokomotive oder traditioneller Diesellokomotive der Snowdon Mountain Railway den Berg hinaufgeschoben werden? Wir entschieden uns letztendlich für die modernere Variante ohne Dampf. Die Tickets hatten wir bereits zwei Wochen im Voraus gebucht, da die Fahrt für viele zu einem der Highlights eines Urlaubs in Wales zählt und so die Plätze in den Zügen schnell ausgebucht sind. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs war leider der letzte Teil der insgesamt 7,5 km langen Strecke hinauf zur Bergstation (auf 1.064 m) wegen Renovierungsarbeiten gesperrt, aber auch vom auf 772 m hoch gelegenen Halt Clogwyn hatten wir einen wunderschönen Rundumblick auf die Berge des Snowdonia Nationalparks.

Nach unserer Rückkehr warteten schon die nächsten Besucher auf ihre Fahrt mit der Bahn hinauf zum Mount Snowdon und genossen dabei das herrliche Wetter.
Fußläufig von der Talstation der Bergbahn entfernt befindet sich eine weitere Attraktion, das National Slate Museum, das den Schieferabbau in Wales und vor allem hier in Llanberis den Besuchern näher bringen will. Neben Kohle war der Abbau von Schiefer lange Zeit eine der wichtigsten Wirtschaftszweige der Region. Das Museum ist in den ehemaligen Werkstattgebäuden des aufgegebenen Dinorwic-Steinbruchs untergebracht. Etwas weiter oberhalb kann man von der Straße aus sehen, welche Wunden der Schieferabbau in der Landschaft hinterlassen hat – im Gegenzug aber die Besitzer der Schiefermienen reich gemacht hat.
Wir fanden den Besuch des Museums sehr empfehlenswert. Die Werkstätten und Gebäude sind so gestaltet, als hätten Arbeiter und Ingenieure gerade ihre Werkzeuge niedergelegt und den Hof verlassen, um nach Hause zu gehen (wobei sie vorher ordentlich aufgeräumt und durchgefegt haben). Mitarbeiter des Museums zeigen den Besuchern, wie man das Gestein spaltet, um daraus Schieferplatten zu gewinnen. Besucher können zudem einen Blick in das Haus des Chefingenieurs, dessen Einrichtung das Leben im Jahr 1911 widerspiegelt, werfen.


In drei Grubenhäusern hat man die Lebensverhältnisse der Grubenarbeiter in unterschiedlichen Epochen nachempfunden.





Nach dem Besuch des Schiefermuseums machten wir uns auf den Weg nach Caernarfon, wo die gewaltige Burganlage von Caernarfon Castle, errichtet von König Eduard I. von England an der Mündung des Flusses Seiont, die Silhouette der Kleinstadt dominiert. Die Burg sollte nach dem Sieg der Engländer über die Waliser der Sitz der englischen Grafschaft Gwynedd werden. Hier wurde Eduard II. von England. geboren, der als erster Thronfolger den Titel Prince of Wales trug.
Die mächtige Burganlage sollte beeindrucken und jeden einschüchtern, der es wagte, Eduards Autorität in Frage zu stellen. Das Haupttor war so konzipiert, dass es mit einer Zugbrücke und nicht weniger als sechs Fallgittern verteidigt werden konnte.
Eine Ausstellung im Innern der Burg erinnerte an das Jahr 1969, als der damalige Prinz Charles zum “Prince of Wales” ernannt wurde.

Nach einem ereignisreichen Tag wartete in Llanrwst im Restaurant Tir a Mor unser Abendessen auf uns, ausnahmsweise mal keine italienische oder indische, sondern englische Küche mit Fisch, Chili con Carne – und einem leckeren Cider.















