Chester 08.06. – Prachtvolle Gärten, eine Burg aus dem Mittelalter und ein viktorianisches Seebad

Nach dem Auschecken aus unserem B&B fuhren wir eine knappe halbe Stunde nach Norden zum wunderschönen Bodnant Garden, einem der bekanntesten und schönsten Gärten Großbritanniens. Die denkmalgeschützten Gärten erstrecken sich über eine Gesamtfläche von 32 Hektar und bestehen aus zwei Teilen: Der obere Teil um das Herrenhaus besteht aus Terrassen, Gartenflächen und uralten, riesigen Bäumen, während im unteren Teil entlang des Flusses Hiraethlyn ein Wildgarten und verschiedene Nadelbäume das Bild prägen.

Die Trockenheit der letzten Wochen ist deutlich an der Farbe des Rasens zu erkennen
In den Gärten gibt es das ganze Jahr über vieles zu entdecken
Üppig blühende Rosenbeete auf der Upper Rose Terrace
Riesige Zedern spenden den Besuchern Schatten
Seerosen fühlen sich hier ebenfalls wohl
Kurze Pause gefällig? Kein Problem

Im unteren Teil der Gärten boten sich ebenfalls immer wieder schöne Fotomotive:

Die Höhe der Mammutbäume kann man nur im Vergleich zu den Fußgängern einschätzen
Der Umfang der Bäume lässt sich ebenso erst verdeutlichen, wenn Menschen auf dem Bild zu sehen sind
Der untere Teil der Gärten erstreckt sich entlang des Flusses Hiraethlyn

Hier ein paar weitere Impressionen aus Bodnant Garden:

Besonders beeindruckend und sicherlich das beliebteste Fotomotiv im Garten ist der berühmte 55 Meter lange Blumentunnel aus Goldregen, der von Mitte Mai bis Anfang Juni blüht – genau zur Zeit unseres Besuchs.

Da lohnt sich das Warten, bis nicht ganz so viele Besucher auf dem Bild sind

Von Bodnant Garden war es nicht allzu weit bis zur Mündung des Flusses Conwy, an dem die gleichnamige Stadt liegt und in der die älteste der neun Burgen steht, die Eduard I. von England errichtete, um seine Herrschaft in der Region zu festigen.

Mit Conwy Castle stand die letzte Burg auf unserem Plan, unsere Bedarf nach mittelalterlichen Burgen ist damit definitiv gestillt. Bevor wir die Besichtigung der Burg in Angriff nahmen, schauten wir uns ein bisschen am Hafen um.

Besucher ließen sich vor dem schmalsten Haus Großbritanniens ablichten
Möwen waren auf Ausschau nach etwas Essbarem
Die Fischerboote hatten ihren Arbeitstag bereits hinter sich, wir die Besichtigung von Conwy Castle noch vor uns

Conwy Castle ist mit einer Größe von 90 mal 30 Metern Umfang eine der größten Burgen in Wales. Die Burgmauer, die noch vollständig intakt ist, wird von acht Wehrtürmen mit einem Durchmesser von 12 Metern unterbrochen. Für die damaligen Herrscher war der Ausblick auf sich nähernde Feinde sicher ein Grund, die Burg an dieser Stelle zu errichten. Heutige Besucher achten mehr auf die wunderschöne Kulisse mit der Burg im Vordergrund und der Mündung des Flusses Conwy im Hintergrund.

Von den Wehrtürmen aus hat man einen schönen Überblick über die Wehranlage
Im Schatten der Burg liegt die Stadt Conwy, die als Garnisonsstadt zeitgleich mit der Burg errichtet wurde

Bei der Auswahl unserer Ziele und Aktivitäten in Wales wäre es im Vorfeld hilfreich gewesen, die Tasche zur Verfügung zu haben, die es im Shop zu kaufen gab: auf ihr sind alle touristischen Highlights eingezeichnet, wobei wir die meisten davon auch auf unserer Route hatten – aber die Auswahl wäre einfacher und schneller gewesen.

Touristische Highlights in Wales – es gibt viel zu entdecken

Beim Betreten der Burg informierte man uns darüber, dass wir mit unserer Eintrittskarte zusätzlich die Möglichkeit haben, Plas Mawr (walisisch für “Große Halle”) zu besichtigen, dem schönsten noch erhaltenen elisabethanischen Stadthaus in ganz Großbritannien. Hatten wir eigentlich nicht auf unserem Plan, aber wir sind ja flexibel.

Ein bisschen was zur Geschichte von Plas Mawr: Das goldene Zeitalter während der Herrschaft von Queen Elisabeth I. machte britische Kaufleute reich. Einer davon war Robert Wynn, der im Dienste des Tudor-Königshauses die prächtigsten Königshöfe Europas bereiste. Für 200 Pfund kaufte er ein Herrenhaus in Conwy und verwandelte es zwischen 1576 und 1585 in ein Denkmal für die Zeit und seinen Reichtum. Dass sich das Haus heute in der Form präsentiert, ist umfangreichen Renovierungsarbeiten Ende des 20. Jahrhunderts zu verdanken, die in Summe £ 3,3 Mio. verschlangen.

Blick in den Innenhof von Plas Mawr
Die Halle – der Raum, den man als Besucher als Erstes betritt
Saal im Mittelhaus mit dem Wappen des Hosenbandordens über dem Kamin
Heute sind wir noch auf dem Gebiet des walisischen Drachens, ab morgen dann jenseits der Grenze in England
Die Wohnung für die Bediensteten unter dem Dach sah nicht ganz so prunkvoll aus

Nur etwa 15 Minuten Autofahrt nach Norden und man erreicht Llandudno, das größte Seebad in Wales mit breitem und langen Sandstrand. Wie viele andere britische Seebäder besitzt auch Llandudno einen Pier, eine lange ins Meer hinausragende Seebrücke mit Läden und Vergnügungslokalen. Aus der goldenen viktorianischen Zeit im 19. Jahrhundert stammen noch einige Gebäude der Stadt, insbesondere entlang der Uferstraße.

Prunkvolle Häuser entlang der Promenade
Das kleine Häuschen schützt die Spaziergänger vor der permanenten Seebrise
Die Möwe ist weniger am Ausblick auf das Riesenrad und den dahinterliegenden Pier interessiert
Früher sicher eine Top-Attraktion, der Pier von Llandudno

Lewis Carroll machte hier 1861 mit der Familie Liddell Ferien, für deren achtjährige Tochter Alice er seine Geschichte Alice im Wunderland schrieb. In Gedenken an Carroll hat man in Llandudno einen “Alice in Wonderland-Trail” ausgeschildert, man muss nur den Spuren des weißen Kaninchens folgen.

Den verrückten Hutmacher trifft Alice erstmals während einer Teeparty im Garten des Märzhasen

Nach indischem und italienischem Abendessen war heute thailändische Küche an der Reihe. Das Restaurant Ruan Orchid lag bereits in Chester, unserem nächsten und letzten Übernachtungsort unserer Rundreise.

Da unser Hotel in Chester im Nebengebäude des Boathouse direkt am Fluss Dee lag, genehmigten wir uns nach dem Abendessen einen Absacker im Pub mit wunderbarem Blick auf den Fluss, genossen die Ruhe und die langsam untergehende Sonne.

Nach einem erlebnisreichen Tag haben wir uns das verdient

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