Napier (Neuseeland) 15.12. – Die “Art Déco”-Hauptstadt

Auf dem Weg zu unserem nächsten Übernachtungsort Napier hatten wir im “Opepe Bush Reserve” zum Einen die Möglichkeit, einige der Kalorien vom Frühstück zu verbrennen, und zum Anderen einen Eindruck vom Aussehen der Vegetation vor der Besiedlung durch Weiße zu bekommen.

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Baumfarne, Pinien, Moose und Flechten im Opepe Bush Reserve

Die Wälder aus mächtigen Pinienbäumen und Baumfarnen wurden von den weißen Siedlern gerodet und entweder neue, schnell wachsende Nadelhölzer für die Holzwirtschaft angepflanzt oder Weideland für Schafe geschaffen. So entstand eine perfekte Kulisse für die Trilogie von “Herr der Ringe”, wie wir auf dem weiteren Weg in Richtung Taupo sehen konnten.

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Fehlen nur noch die Hobbits

Apropos “Herr der Ringe”: Nördlich von Rotorua kann man “Hobbiton” besichtigen, das Filmset, an dem die Szenen aus Auenland gedreht wurden. Wir haben die Filme gesehen und für gut befunden, sind aber keine echten Fans und so war uns der Eintritt für eine zweistündige Tour mit 79 NZD zu teuer und wir haben stattdessen lieber Gloria und Terry auf ihrer Kiwiplantage besucht. Eine gute Entscheidung!

Zurück zu Napier, einer Stadt an der Hawke’s Bay im Osten der Nordinsel, die damit wirbt, die “Art Déco“-Hauptstadt der Welt zu sein. Warum es genau dort so viele Bauten im Stil der 1920er – 1940er Jahre gibt, liegt in dem verheerenden Erdbeben, das Napier und Umgebung am 3. Februar 1931 mit einer Stärke von 7,9 auf der Richterskala erschütterte. Die zweieinhalb Minuten des Bebens und die anschließend wütende Feuersbrunst kosteten 265 Einwohnern das Leben und zerstörten einen Großteil der Stadt.

Wir wollten uns die “Art Déco”-Bauten mit einer geführten Tour um 14 Uhr anschauen. Zu Beginn im Art Déco-Center wurden wir erst einmal darauf hingewiesen, was zu tun ist, wenn man sich in einem geschlossenen Raum aufhält, während ein Beben die Stadt erschüttert. Ob es allerdings ausreicht, sich unter die Stühle zu verkriechen, sollte man überhaupt darunter passen, darf angezweifelt werden.

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“Art Déco”-Center von Napier

Auf unserem zweistündigen Stadtrundgang sahen wir viele historische Gebäude, die nach dem Beben im “Art Déco”-Stil erbaut wurden.

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Gebäude von “T&G Mutual”, einem Unternehmen der Lebensversicherungsbranche
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Gebäude des “Daily Telegraph” von 1932
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Eingang “The Music Machine”
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Eingang des “Hawkes Bay Museum”

Zudem erfuhren wir viel Interessantes über die Geschichte der Stadt: durch das Beben hob sich der Meeresspiegel um zwei Meter an, der Hafen fiel trocken und insgesamt entstanden 3.200 ha neue Landfläche, die heute (unter anderem) als Flughafen der Stadt genutzt wird.

Zurück in unserem B&B galt es nur noch, sich auf das Abendessen vorzubereiten. Unsere Unterkunft wird von einer holländischen Familie geführt, die 2008 nach Neuseeland ausgewandert ist. Das kleine Häuschen im Garten der Eigentümer ist toll herausgeputzt und mit allem technischen Schnickschnack ausgestattet, unter anderem einem zwei Meter vor dem Bett installierten 48 Zoll-LCD-Fernseher mit integriertem Netflix-Anschluss, der bereits von Alex getestet und für gut befunden wurde.

3 Kommentare

  1. 2 Hallo Weltenbummler, als wir in NS waren gabs Herr der Ringe noch nicht ,aber in den Filmen erkannten wir viele Landschaften wieder. Ist der Boden in Rotorua immer noch so heiß, wir standen auf einem Campingplatz mit 23 Grad Bodentemperatur, die brauchen keine Rasenheizung im Winter fürs Fußballspielen. Sind die Forellen im Lace Taupo immr noch so groß. St. Ingberter!! die wir dort trafen waren nur zum anglen nach NS unterwegs und sprachen von 70 -100 cm langen Forellen dort. Auf dem Wanderweg zum Gipfel des Tongariro kann man ruhig Durchfall haben- alle 1km kommt ein Dixiklo-ehrlich! Der Champagnerpool hat 70 Grad! viel Spaß beim baden.
    Die neue Kamera macht so gute Vogelbilder, dass ich den Stilt -Stelzenläufer bestimmen konnte, die Schwalbe war aber mM. eine junge Bachstelze die um Futter bettelte. Jochen du hast deine Kamera verloren, ich habe meine Kameraausrüstung mal habgeholt bekommen,,da ich angeblich Gefangene bei der Feldarbeit fotografierte und musste sogar den ganzen Tag in einem kenianischen Gefängnis verbringen. Dabei hatte ich nur Vögel am Wegesrand fotografiert- .Kopf hoch es gibt schlimmeres
    Gruß Erwin

    1. Hallo Erwin,

      wir wollten ja nur sehen, ob Du unseren Blog aufmerksam liest. Im Ernst – wir müssen eingestehen, dass wir uns geirrt haben. Es handelt sich nicht um eine “Welcome-Swallow” sondern um einen Fantail, zu deutsch “Fächerschwanz”. Leider war das auf dem Bild nicht so einfach zu erkennen, denn seinen ausgebreiteten Schwanz haben wir leider nicht auf einem Bild festhalten können.

      Viele Grüße
      Jochen

  2. Ich bin ja in Griechenland aufgewachsen zu Erdbebenzeiten – und tatsächlich: Unter den Stuhl, unter den Tisch oder noch besser unter den Türrahmen – das haben wir in der Schule immer wieder geübt. Und es hebt die Chancen tatsächlich! Auch statistisch.

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