[Hinweis: Auf dieser Tour ist Jochen alleine unterwegs; Link zum heutigen Wanderweg: Rundwanderung Stuibenfall Umhausen]
Gestern gebucht – heute bereits auf dem Weg ins Ötztal. Bis Samstag stehen Wandern, Schwitzen und Muskelkater auf dem Programm. Um noch am selben Tag die Wanderstiefel schnüren zu können, hieß es früh aufstehen. Abgesehen von einem Stau rund um Ulm und stockendem Verkehr über den Fernpass verlief die Fahrt erfreulich reibungslos, um 13 Uhr bog mein Auto auf den Parkplatz Bischofsplatz in Umhausen im Ötztal ein.

Ein Stück entlang eines Waalwegs – jener schmalen Bewässerungskanäle, die das Wasser aus den Bergen am Hang entlang ins Tal verteilen – und schon war ein Schotterweg erreicht, der steil bergauf zum Fuße von Tirols größtem Wasserfall führt: dem Stuibenfall.

Plattformen boten einen beeindruckenden Blick auf die herabstürzenden, von den Gletschern gespeisten Wassermassen, bevor es zunächst über eine Hängebrücke, dann über rund 700 Stufen hinauf zum höchsten Punkt des Falls ging. Dünne Luft, steiler Anstieg und schon schoss der Puls in Richtung Anschlag, die Lunge kam kaum nach, den Körper mit Sauerstoff zu versorgen. Anstrengend, aber bei wunderschönem Spätsommerwetter absolut lohnend.





Während rechts des Wasserfalls Treppenstufen den Hang hinauf führten, konnten sportliche und vor allem schwindelfreie Kletterer den Klettersteig auf der linken Seite nehmen, der ganz am Ende mit einer Seilquerung direkt über den Wasserfall abschloss. Respekt vor allen, die diesen Weg wählen.
Oben angekommen wartete eine kleine Überraschung: Wer Einsamkeit erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Der Gasthof Stuibenfall empfängt seine Gäste nur wenige Meter vom oberen Ende des Wasserfalls, gleich daneben stehen moderne Chalets – selbstverständlich mit Wallbox für Elektroautos vor der Haustür.

Der Weg führte weiter durch den Ortsteil Höfle, eine kleine Ansammlung von Häusern, eingebettet in saftige Almwiesen. Unten am Waldrand graste eine Gämse und beobachtete mit unverkennbarer Skepsis diejenigen, die versuchten, sie mit großem Teleobjektiv zu fotografieren.
Der Weg entlang des Sonnenbergs verlief angenehm eben, wenn auch nicht sonderlich spektakulär. Irgendwann hieß es dann, auf einem steilen Pfad den Hang hinabzusteigen und auf einem tiefer gelegenen Wanderweg in die entgegengesetzte Richtung zum Parkplatz zurückzukehren. Unterwegs lohnte ein kleiner Abstecher zu einer kleinen Kapelle – einem stillen Ort, an dem Pilger über Jahrhunderte Trost und Fürsorge gesucht haben.


Auf den Talwiesen waren derweil die Rasenmäher der Berge voll im Einsatz: Eine Schafherde ließ sich von dem steilen Hang nicht im Geringsten davon abhalten, sich die besten Futterplätze zu sichern.
Zurück am Ausgangspunkt waren es noch knapp 30 Minuten bis nach Sölden und meiner Unterkunft für die kommenden fünf Tage. Das Abendessen gab es im Hotel, und kurze Zeit später lockte das Bett mit dem Versprechen einer wohlverdienten Nachtruhe. Der erste Muskelkater würde zeigen, wie ernst es das Ötztal mit einem Wanderer meint.







