Siem Reap (Kambodscha) 03.10. – Tonle Sap oder Wir stechen in See

Der Tonle Sap ist der größte Binnensee in Südostasien und wird vom Mekong gespeist, der dann später in Vietnam ins Meer mündet. Jedes Jahr ereignet sich ein Naturphänomen. Zu dieser Zeit führt der Mekong viermal mehr Wasser als normal. Das Wasser des Mekong drängt zu der Zeit in den Tonle Sap und dieser wechselt dadurch die Fließrichtung. Die Wassermassen drängen zurück in den Tonle Sap. Die Fläche des Sees vergrößert sich in der Regenzeit um das bis zu Vierfache der üblichen Ausdehnung.

Warum wir das alles schreiben: Da der See ca. eine Stunde Autofahrt von Siem Reap entfernt liegt, führte uns unser heutiger Ausflug zum Tonle Sap inklusive einer Bootstour. Der erste Unterschied, der auffällt, ist, dass die Häuser am Rand des Sees auf höheren Stelzen gebaut sind als in der übrigen Region, die wir bisher besucht haben. Der zweite gravierende Unterschied sind die Transportmittel. Während auf dem Festland Mopeds, Tuk Tuks und Autos dominieren, sind es auf dem Tonle Sap Fischer- und Speedboote.

Die Menschen leben vom See (grundsätzlich betreiben sie Fischfang und zusätzlich wird in der Trockenzeit Reis auf den ansonsten überfluteten Feldern angepflanzt) und teilweise auch auf dem See: auf Holzflößen in schwimmenden Dörfern. Unser Reiseleiter meinte zu den schwimmenden Dörfern, dass es sehr praktisch sei, wenn man sich mit dem Nachbar zerstritten habe und umziehen will – einfach Leinen los und neuen Ankerplatz für die Bleibe suchen.

Zwei weitere Tempelanlagen standen am Nachmittag auf dem Programm – und dann haben wir erstmal genug von Tempeln gesehen. Diese sind alle sehr beeindruckend, aber der Aufstieg auf die höchste Ebene des Tempels ist aufgrund des Klimas und der unfassbar hohen Treppenstufen (die waren doch früher auch nicht größer, oder?) sehr beschwerlich.

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Preah Ko
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Prasat Bakong
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Ausblick von Prasat Bakong Tempel

Zum Abschluss führte uns der Weg in eine Ausbildungsstätte für kambodschanische Handwerker, in der Steinmetze, Maler und Seidenweber Produkte herstellen, die an Touristen verkauft werden. Die Ausbildungsstätte wird unter französischer Leitung geführt und vom kambodschanischen Staat gefördert. Natürlich eine ideale Gelegenheit, Souvenirs einzukaufen – allerdings nicht, wenn man wie wir noch mehrere Monate unterwegs ist.

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Ausbildungsstätte für kambodschanische Handwerkskunst – Artisans Angkor

Heute Abend geht es dann vom Flughafen in Siem Reap in den Norden Vietnams nach Hanoi.

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