Passau 02.06. – Ausflug zum Nationalpark Bayerischer Wald

Die Stadt Passau liegt nicht nur an drei Flüssen, sondern auch im Dreieck der Länder Deutschland, Österreich und Tschechien. Nach Österreich gelangt man bereits nach wenigen Kilometern auf der rechten Flussseite von Inn und Donau, der Weg nach Tschechien führt nach Norden – die Richtung, in die wir heute starteten. Entlang des Gebirgszuges des Bayerischen Waldes an der Grenze zu Tschechien – auf der tschechischen Seite als Böhmerwald bezeichnet – erstreckt sich auf deutscher Seite auf rund 250 Quadratkilometer der Nationalpark Bayerischer Wald. Das Motto des Parks „Natur Natur sein lassen“ wurde auch 1983 beherzigt, als ein Sturm weite Waldflächen zum Einsturz brachte. Ziel ist es, aus einem ehemaligen Wirtschaftswald einen Urwald entstehen zu lassen.

Im Nationalpark wurden zwei Zentren eingerichtet, die dem Besucher die Geschichte des Parks, Flora und Fauna näher bringen sollen – wir besuchten heute das Nationalparkzentrum Lusen in der Nähe der kleinen Gemeinde Neuschönau. Anziehungspunkt für uns war zum einen das Tierfreigehege mit typischen im Bayerischen Wald (ehemals) heimischen Wildtieren und zum anderen der bis zu 25m hohe Baumwipfelpfad mit einer Aussichtsplattform über den Baumwipfeln und herrlichem Panoramablick.

Durch das 200ha große Areal des Tierfreigeländes führt ein etwa 7km langer Rundgang, der Eintritt ist kostenlos – aber nicht umsonst.

Verlaufen ist auf dem Rundweg eigentlich ausgeschlossen, die Beschilderung ist vorbildlich

Die Gehege sind größtenteils weitläufig angelegt, so dass die Tiere Rückzugsmöglichkeiten haben – Pech für uns, denn gleich nach dem Start des Spaziergangs sahen wir weder die Wisente, noch den Luchs, Wolf oder Elch. An den folgenden Gehegen waren wir erfolgreicher, auch wenn der auf dem Baum sitzende Uhu seinen Fototermin verschlief.

Gestern Nacht sicherlich zu lange aufgeblieben

Die nächsten Tiere waren deutlich aktiver: Bei der Wildkatze hatten wir den Eindruck, dass sie gerne die Gitterstäbe hinter sich gelassen hätte, das Wildschwein ließ sich ohne trennenden Zaun nicht von unserer Anwesenheit bei seiner Suche nach Futter stören und der Otter, kaum eine Sekunde still sitzend, war entweder dabei, seinen Schwimmanzug zu optimieren oder ihn durch erneute Sprünge ins Wasser auszuprobieren.

Beim Rotwild war wohl gerade die Fütterung erfolgt, wir bekamen die Tiere lediglich von hinten zu sehen.

Ob Wildkatze oder Hauskatze, wir hätten den Unterschied nicht erkannt
Von wegen wild – viele Grüße nach Nürnberg
Rein ins Wasser, raus aus dem Wasser, putzen, Fell einfetten, wieder rein ins Wasser…
Ihr seid so schön von hinten

Im Gehege der Käuze und Eulen mussten wir uns manchmal anstrengen, die Bewohner in den Bäumen zu entdecken, nicht alle bedienten sich am Futternapf oder gaben Lockrufe von sich.

Der mächtige Braunbär ließ sich auf seinem Streifzug durch das Gehege ebenfalls kurz blicken – im Gegensatz zum Biber, der es vorzog, in seiner Burg zu verweilen.

Hatten wir am ersten Aussichtspunkt vergeblich auf die Sichtung eines Elchs gewartet, wurden wir auf dem Rückweg am zweiten Aussichtspunkt belohnt: Ein Elch wagte sich kurz nach unserem Erscheinen aus dem Wald heraus, nahm ein Bad in einem kleinen Tümpel, um sich anschließend wieder in den vom Menschen nicht einsehbaren Bereich zurückzuziehen und seinen beiden mittlerweile ebenfalls kurz aufgetauchten Artgenossen zu folgen.

Nasser Elch

Die Schwarzstörche hatten noch einiges an Arbeit vor sich, um ihr Nest fertigzustellen – sollte das tatsächlich ihr Ziel gewesen sein. Der Auerhahn hatte seinen Arbeitstag bereits beendet, seine Gattin richtete ihr Federkleid.

So wird das nichts mit dem Nestbau, wenn man bei jedem kleinen Stöckchen diskutieren muss, ob es korrekt liegt

Nach über vier Stunden erreichten wir den Ausgangspunkt unserer Rundtour, nun stand der Baumwipfelpfad auf dem Programm: Im Saarland hatten wir vor einem Jahr schon einmal den Spaziergang entlang der Baumkronen mit herrlichem Blick auf die Saarschleife genossen, und auch hier lohnten sich die 10EUR Eintritt.

In einer Höhe von bis zu 25 Metern schlängelt sich der Pfad seit seiner Eröffnung im Jahr 2009 entlang von Buchen, Fichten und Tannen bis zum Fuß eines Aussichtsturms, dessen Aussichtsplattform auf 44m Höhe einen herrlichen Blick über die Umgebung ermöglicht.

Und natürlich macht es auch Spaß, die Architektur des Aussichtsturms aus verschiedenen Perspektiven einzufangen.

Ein weiterer Vorteil eines hohen Aussichtsturms ist, dass man auf der Spitze einen guten Mobilfunkempfang hat: so konnten wir dort bereits ein nahegelegenes Restaurant für das Abendessen aussuchen – schnell einigten wir uns auf den Landgasthof Euler in Neuschönau und zum Glück hatte man dort auch noch zwei Plätze auf der Terrasse frei.

Hier wartet das Besteck noch auf seine Bestimmung
Als krönender Abschluss ein Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster – zum Teilen

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