Der Tag startete mit einer Fahrt ganz in den Osten Londons zum Queen Elizabeth Olympic Park. Hier fanden 2012 Teile der Olympischen Spiele statt, West Ham United nutzt seitdem das Olympiastadion für seine Heimspiele. Rund um die Haltestelle Hackney Wick haben sich in alten Industriegebäuden entlang des kleinen Flüsschens Lea neue, trendige Bars, Clubs und Restaurants angesiedelt – eine dieser typischen Londoner Gegenden, die sich still und leise von vergammeltem Industriegelände zum hippen Ausgehviertel gewandelt haben.
Auf dem weitläufigen Gelände jenseits des Flusses steht seit Mai 2025 eine Dependance des Victoria & Albert Museums: das V&A Storehouse East. In einem riesigen Lagerhaus, durch das Besucher frei schlendern können, finden sich die unterschiedlichsten Kunstobjekte, die geduldig darauf warten, irgendwann ausgestellt zu werden. Das erinnerte uns lebhaft an unseren Besuch in Rotterdam, wo uns das Depot Boijmans Van Beuningen auf ähnliche Weise begeistert hatte.

Einen Teil des Lagers nimmt das David-Bowie-Archiv ein – der Künstler vermachte dem Museum 90.000 Objekte aus seiner jahrzehntelangen Karriere. Ein Teil davon wird im Wechsel im sogenannten David Bowie Centre ausgestellt.
Nur ausgerechnet diese Woche nicht, aufgrund “ungeplanter Instandsetzungsarbeiten” war das Centre kurzfristig (und wie wir später im Internet sahen für eine ganze Woche) geschlossen worden – eine riesige Enttäuschung für Alex.
Ein kleiner Trost: Besucher können sich im Vorfeld des Besuchs bis zu fünf einzelne Objekte aus dem Archiv auswählen, die dann zu einem festgelegten Zeitpunkt eigens für sie bereitgestellt werden. Das hatte Alex natürlich getan und dieser Wunsch wurde ihr von einer unglaublich freundlichen Museumsmitarbeiterin erfüllt, die ihr zudem herzlich zu ihrer Auswahl gratulierte – eine Zusammenstellung, die von handgeschriebenen Liedtexten über getragene Stiefel aus den 1970ern und Kleidung aus seinem letzten Musikvideo Lazarus (aufgenommen im November 2015) bis hin zu von ihm selbst erstellten Kunstwerken reichte.
Bis zum Zeitpunkt des Zutritts zum Archiv schauten wir uns noch im restlichen Depot um und entdeckten einige Kuriosiäten:


Beim Rundgang konnten wir schon einen Blick auf die Gegenstände richten, die Alex sich zur näheren Betrachtung reserviert hatte:
Und dann war es endlich soweit:






Und natürlich durften wir die Gegenstände nicht mit bloßen Fingern anfassen, dafür sind sie zu sensibel und würden zerstört werden – also trugen wir schöne lilafarbene Schutzhandschuhe:
Nicht von Alex zur Ansicht bestellt, aber ebenfalls im Raum befanden sich die folgenden beiden kostbaren Schätze.

Teil zwei des Tages auf den Spuren von David Bowie war der Besuch eines Pubs in der Heddon Street – jener Gasse, in der Bowie 1972 für das Cover des Albums The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars posierte. Zuvor jedoch spazierten wir auf einer touristischen Route vom Südufer der Themse vorbei an der Tate Modern über die Millennium Bridge Richtung St. Paul’s, schauten uns ein wenig bei Covent Garden in den kleinen Shops um und warfen einen Blick auf den Piccadilly Circus mit seinen riesigen Anzeigetafeln.



Jochen hatte zudem dringenden Bedarf an Sneaker-Socken – eine Filiale des japanischen Bekleidungsunternehmens Uniqlo löste auch dieses Problem schnell und unkompliziert. Nach einem Sockentausch auf dem Gehweg vor dem Shop war Jochen wieder vorzeigbar.
In der Heddon Street angekommen, war es gar nicht so einfach, die genaue Perspektive des Albumcovers ausfindig zu machen. Das K.West-Schild hing längst nicht mehr an seinem ursprünglichen Platz, doch wir fanden schließlich eine kleine Plakette von 2012, die den Originalstandort am Haus mit der Nr. 23 markiert.
Zum Vergleich hier das Album-Cover, in den frühen 70ern sah es in der Gegend doch noch ein wenig anders aus:
Das anschließende Essen im Pub The Starman war klassisches Pub Food – bei „Bangers and Mash” (Würstchen auf Kartoffelpüree, versenkt in reichlich Bratensauce) schnellte der Cholesterinspiegel mit sichtlicher Begeisterung durch die Decke. Und die Fish & Chips von Alex bekommen beim Nutri-Score sicherlich auch kein “A”.



hier die zugehörige Cocktailkarte
Wird in der Heddon Street eventuell ganz schön Reibach mit David Bowie gemacht?!?
Für den dritten Teil unserer „Bowie Experience” fuhren wir mit der Bahn in den Nordosten der Stadt nach King’s Cross. Auf dem Gelände des Coal Drops Yard – wo früher Kohle aus South Yorkshire auf schmale Boote umgeladen und weiter über den Regent’s Canal transportiert wurde – eröffnete 2018 ein Einkaufs- und Ausgehviertel mit Bars, Cafés und Restaurants – und einem Wasserspielplatz für Kinder.
Entlang des Kanals genossen die Menschen bei immer noch sommerlichen Temperaturen entspannt ihren Feierabend.
Im Untergeschoss eines Hochhauses lockte der Veranstalter Lightroom mit der Show David Bowie: You’re Not Alone, bei der Szenen aus dem Leben des Künstlers auf elf Meter hohe, vollständig beleuchtete Wände und den Fußboden projiziert werden.
Rund eine Stunde dauerte diese beeindruckende audiovisuelle Reise durch sein Schaffen, die die Besucher auf Bänken, Stühlen oder einfach auf dem Boden sitzend bzw. liegend in sich aufsaugen konnten. Hier ein paar visuelle Eindrücke, die auch ohne Ton und bewegte Bilder bereits beeindruckend sind:


but it’s the last show that we’ll ever do.”




Alex entdeckte tatsächlich eine Konzertaufnahme, die sie bislang noch nie gesehen hatte – und natürlich konnte sie nicht aus dem Shop gehen, ohne ein Souvenir zu erstehen. Vielleicht waren es auch zwei – Fan sein ist hart.
Vorbei an den weiterhin belebten Cafés und Bars spazierten wir zum Bahnhof King’s Cross und traten den Heimweg nach Aldgate East an.















